Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs Archäologen legen Ferdinandplatz in Dresden frei

Ausgrabungen aus dem Ferdinandplatz Dresden. Kulturministerin Barbara Klepsch zeigt Funde aus der Zeit der Bombardierung Dresdens den anwesenden Fotografen.
Mitarbeiter des sächsischen Landesamtes für Archäologie und Kulturministerin Barbara Klepsch zeigten unter anderem Funde aus der Zeit der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. Bildrechte: Heiko Barthel

Archäologen haben am Freitag auf dem Ferdinandplatz in Dresden erste Fundstücke ihrer Grabung präsentiert. Mitarbeiter des sächsischen Landesamtes für Archäologie zeigten unter anderem Funde aus der Zeit der Bombardierung Dresdens im Februar 1945. In den Kellern der vormaligen gründerzeitlichen Bebauung des Platzes entdeckten die Forscher beispielsweise ausgebrannte Regale voller Weinflaschen, Meißner Geschirr und anderen Gegenständen, die womöglich zu einer Weinhandlung oder einem Café gehörten.

Spuren der jüngeren Stadtgeschichte

Kulturministerin Barbara Klepsch sagte, am Ferdinandplatz seien die Spuren der Kriegsereignisse wie in einer Zeitkapsel erhalten geblieben. "Die Archäologie forscht nicht nur in vorgeschichtlichen oder mittelalterlichen Epochen, sondern kann uns auch beeindruckende Informationen zu unserer jüngsten Geschichte vermitteln", so Klepsch.

Weitere Hinweise in ungestörten Bodenschichten

"Wir stehen noch am Anfang der Untersuchungen", sagte Sachsens Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik zu den Ausgrabungsplänen. Man komme Dank der engen Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Dresden gut voran und erhoffe sich in möglicherweise noch ungestörten Schichten weitere Hinweise zur älteren Geschichte der Stadt.

Ausgrabungen vor Bau des neuen Verwaltungszentrums

Ein achtköpfiges Grabungsteam führt auf der etwa einen Hektar großen Fläche von März 2020 bis März 2021 umfangreiche Ausgrabungen durch. Das Areal lag ursprünglich außerhalb der Stadtmauern des mittelalterlichen Dresdens. Auf dem Platz soll danach bis 2025 ein neues Verwaltungszentrum der Stadt entstehen.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.07.2020 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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