20.08.2019 | 11:10 Uhr Erste sächsische Winzer beginnen mit der Weinlese

Drei Personen bei der Weinlese.
Winzerin Katrin Bräuer sowie die Azubis Hoangthien Nguyen und Hannes Maaß waren beim Ernteauftakt im Staatsweingut dabei. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Winzer in Sachsen haben mit der Weinlese begonnen. Im Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul werden seit Dienstag Trauben geerntet. Weinbauleiter Till Neumeister sagte, zunächst würden Trauben der Rebsorte Solaris gelesen, die für Federweißer benötigt werden. Der frisch vergorene Traubenmost soll schon am Freitag zum Kammermusikabend "Philharmonic Flair" sowie zu den Tagen des offenen Weinguts am Wochenende den Gästen ausgeschenkt werden. Ein Teil des Solarismostes werde auch als Verschnittwein für Cuvées genutzt, hieß es.

Ab der kommenden Woche will das Staatsweingut laut Neumeister mit der Ernte erster Keltertrauben für sortenreine Weine des Jahrgangs 2019 beginnen. Zunächst würden früh reifender Goldriesling und Frühburgunder geerntet. Danach folgen unter anderen Trauben für Sekte, die eine höhere Säure benötigen.

Drei Männer bei der Weinlese.
Weinbauleiter Till Neumeister erklärt den Azubis Hoangthien Nguyen und Hannes Maaß, woran sie die Reife der Beeren erkennen können. Bildrechte: MDR/L. Müller

Wackerbarth hat in diesem Jahr die Traubenernte genau 15 Tage später begonnen als im Hitzejahr 2018. "Damit liegt der Weinbau in der Region wieder fast im langjährigen Durchschnitt", sagt Neumeister. Der Winzer sieht den Klimawandel aktuell noch gelassen. Lediglich Junganlagen und der Wackerbarth-Berg hinter dem Staatsweingut würden bewässert. Alte Rebstöcke mit ihren tiefen Pfahlwurzeln versorgten sich selbst mit Feuchtigkeit. Gezielte Boden- und Laubarbeit könne gestresste Reben auch in Hitzejahren mit wenige Niederschlag schonen. Man habe inzwischen Erfahrungen sammeln können. Zudem werde traditionell der Ertrag für hohe Qualitäten reduziert, also ein Teil der Trauben unreif abgeschnitten. Neumeister hält es für möglich, dass bisher eher aus dem Süden bekannte Rebsorten wie Syrah oder Merlot künftig auch auf sächsischen Steillagen stehen könnten. Dass bisher hier bekannte Sorten auf absehbare Zeit von sächsischen Weinbergen verschwinden, glaubt er indes nicht. Letztendlich entscheide jeder Betrieb aber selbst, welche Rebsorten er pflanzt.

Neue Reben bringen nach etwa drei Jahren wirtschaftlichen Ertrag und werden üblicherweise rund 30 Jahre genutzt, wobei einige Winzer auch auf viele ältere Reben schwören. Diese bringen zwar weniger Ertrag, deren Trauben eignen sich aber für strukturreiche Weine.

Auch Proschwitz startet Weinlese

Weintrauben
Solaris wurde 1975 in Freiburg/Breisgau gezüchtet und wird von Wackerbarth für Federweißer und als Verschnittpartner in Cuvées verwendet. Bildrechte: MDR/L. Müller

Wie der Weinjahrgang 2019 wird, das will Till Neumeister jetzt noch nicht sagen. "Die Voraussetzungen sind bisher aber gut. Die Trauben auf den Wackerbarth-Bergen sind gesund." Nichtsdestotrotz könnten immer noch Gewitter oder Dauerregen im Herbst den Winzern die Ernte verhageln, weiß der Weinbaufachmann. Bereits in den zurückliegenden Monaten gab es lokale Hagelschäden in Weinbergen bei Meißen und Pillnitz. Gravierende Ausfälle seien dem Weinbauverbandes bisher aber nicht bekannt, hieß es bereits im Juli auf Nachfrage.

Mit der Weinlese beginnt in dieser Woche auch Sachsens größtes Privatweingut Schloss Proschwitz. Unternehmenssprecherin Alexandra zur Lippe sagte der dpa, zuerst werde Frühburgunder in der Lage "Kloster Heilig Kreuz" in Meißen geerntet. Aus der auch als Pinot Madeleine bekannten Rebsorte stellt das Prädikatsweingut traditionell Sekte und sortenreinen Rotwein her.

Saale-Unstrut-Winzer fiebern Ernte entgegen

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.08.2019 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 11:12 Uhr

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2 Kommentare

20.08.2019 23:42 part 2

Ein wenig spät, meine Lese hat schon die erste Gärung schon fast beendet, obwohl der Eiswein noch warten muß. Es kommt halt auf die Sortenvielfalt an und man muß den Wespen immer zuvor kommen, beim Bio- Wein.

20.08.2019 20:38 igelotter 1

"...Trauben der Rebsorte Solaris ..., die zunächst für Federweißer benötigt werden. "
Was macht der Federweißer? Federn weiß?
Ich kenne Federweißen, und wenn im Artikel auch díeses Getränk gemeint ist, dann sollte auch der Akkusativ an dieser Stelle richtig eingesetzt werden. Die Deklination macht auch vor Eigennamen nicht halt.

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