12.01.2020 | 18:11 Uhr | Update Ausländerfeindliche Zwischenrufe in Dresdner Kabarett - Klepsch von Vorfall erschüttert

Mehrere Personen haben am vergangenen Sonnabend eine Kabarett-Veranstaltung in Dresden mit ausländerfeindlichen Zwischenrufen gestört. Wie die Polizei mitteilte, kam es während der Aufführung "aus einer Zuschauergruppe von etwa 15 Personen zu ausländerfeindlichen sowie verachtenden Zwischenrufen". Die Veranstaltung in der "Herkuleskeule" sei daraufhin unterbrochen worden.

Identität der Störer sind bekannt

Zwei Schauspieler haben die Störer nach Veranstalterangaben zur Rede gestellt. Dabei sei es "zu einer verbalen und leider auch tätlichen Auseinandersetzung zwischen unserem Kollegen und der Störergruppe" gekommen, sagte der künstlerische Leiter der "Herkuleskeule", Philipp Schaller. Einer der Darsteller sei dabei mit einem Bierglas beworfen und am Kopf getroffen worden. Er blieb unverletzt.

Nach Angaben der Polizei hatte ein Großteil der Gruppe die Veranstaltung beim Eintreffen der Beamten bereits verlassen. Nach ersten Erkenntnissen "ist die Identität von drei Beteiligten" bekannt. Es handelt sucg um drei Männer im Alter von 36 bis 39 Jahren. Laut Polizei stammt die Störergruppe aus dem Raum Cottbus". Die Kriminalpolizei ermittelt.

Kulturministerin Klepsch verurteilt Übergriff

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) hat sich vom Vorfall in der Dresdner "Herkuleskeule" erschüttert gezeigt. Sie sprach am Sonntagnachmittag von einem "unvorstellbaren Angriff auf Menschen und die Freiheit von Kunst". Die Gesellschaft müsse "ein Umfeld und Umgang schaffen, der so etwas nicht zulässt und erlaubt". Meinungsfreiheit und die Freiheit von Kunst seien zentrale Elemente der Demokratie, die es zu verteidigen gilt, sagte Klepsch.

Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch.
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch. (Archivbild) Bildrechte: Staatsministerium/Christian Hüller

Kabarett thematisiert Umgang mit Medien

In der "Herkuleskeule" ist am Sonnabend um 17 Uhr das Stück "Betreutes Denken" mit Nancy Spiller und Alexander Pluquett aufgeführt worden. Darin geht es nach Angaben der Veranstalter um Themen wie Fake News, soziale Medien und die Überforderung des Bürgers mit Informationen in Medien aller Art.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es, dass der Darsteller bei der Auseinandersetzung am Kopf verletzt wurde. Diese Darstellung wurde vom künstlerischen Leiter der "Herkuleskeule", Philipp Schaller, korrigiert.

Quelle: MDR/stt/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.01.2020 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2020, 18:11 Uhr

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