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Oberlandesgericht Dresden Angeklagter sagt im Prozess um "Oldschool Society" aus

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Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Oldschool Society" hat einer der beiden Angeklagten ausgesagt. Vor dem Dresdner Oberlandesgericht gab der 30-Jährige die Mitgliedschaft in der Vereinigung zu. Er sei "als Vertrauensperson für die Sorgen und Nöte der Mitglieder verantwortlich gewesen", so der Angeklagte. In einem Fall habe sich eine andere Person an ihn gewandt.

Von geplanten Anschlägen hat der Angeklagte nach eigener Aussage nichts gewusst. Stattdessen sei das Ziel der "OSS" die Pflege von Soldatengräbern gewesen. Er selbst besuche keine rechten Konzerte mehr, so der 30-Jährige. In Chats habe sich die Gruppe "gegenseitig hochgepuscht". Es sei um Asylthemen und Politik gegangen. Auch habe es Bilder von Böllern gegeben. Konkrete Angaben zu den Inhalten machte der Angeklagte nicht. Die Verteidigung geht davon aus, dass sich die Aussagen ihres Mandanten strafmildernd auf ein Urteil auswirken.

Angeklagte sollen der "OSS"-Führungsriege angehört haben

Gemeinsam mit dem 30-Jährigen ist ein 43 Jahre alter Mann angeklagt. Den Männern wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte geplant haben. Bei einer Hausdurchsuchung am 6. Mai 2015 waren bei dem jüngeren Angeklagten ein Schlagring und ein Butterflymesser gefunden worden.

In der der "Oldschool Society" sollen die beiden Angeklagten zur "obersten Führung" gehört haben, die sich selbst "Geheimrat" nannte und in einer eigenen Chatgruppe kommuniziert haben soll. Die "OSS" wollte laut Bundesanwaltschaft ihre rechtsextremistische Ideologie durch terroristische Anschläge, etwa mit Brand- und Nagelbomben auf Flüchtlingsunterkünfte, umsetzen. Der Prozess hatte in der vergangenen Woche mit dem Verlesen der Anklage begonnen. Bis Ende Mai sind knapp 20 Verhandlungstermine geplant.

Weitere Mitglieder bereits verurteilt

Vier Mitglieder der Vereinigung wurden bereits im Frühjahr 2017 vom Oberlandesgericht München rechtskräftig zu Freiheitsstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass die Angeklagten eine terroristische Vereinigung gebildet hatten. Gegen ein weiteres Mitglied hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden im Oktober vergangenen Jahres Anklage erhoben. Wann hier verhandelt wird, steht noch nicht fest.

Quelle: MDR/epd/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.02.2019 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2019, 15:13 Uhr

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