10.09.2019 | 10:16 Uhr Albertinum in Dresden zeigt Arbeiten zum Mauerfall

Ausstellung 30 Jahre Mauerfall im Albertinum; Henrike Naumann, Triangular Stories, 2012
Henrike Naumann inszeniert in ihrer Videoarbeit und Installation "Triangular Stories" aus dem Jahr 2012 Szenen von Jugendkultur der 1990er- Jahre in Ost und West, zwischen Terror und Amnesie. Bildrechte: Henrike Naumann

Mehrere sächsische Museen widmen sich in Sonderausstellungen dem 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Im Dresdener Albertinum sind ab Dienstag zeitgenössische Arbeiten von Via Lewandowsky, Henrike Naumann und Mario Pfeifer zu sehen, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mitteilten. Vertreter zweier unterschiedlich betroffener Generationen präsentieren verschiedene Annäherungen an die Ereignisse vom Herbst 1989. Die Schau trägt den Titel "Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich". Den Satz formulierte SED-Funktionär Günter Schabowski am 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz über die neue DDR-Reiseregelung, er führte zum Fall der Berliner Mauer. Von Pfeifer, 1981 in Dresden geboren, ist ein neunstündiges Video zu sehen, das auf Interviews Ostdeutscher zu ihren Erfahrungen vor, während und nach der Wende beruht.

Ausstellung 30 Jahre Mauerfall im Albertinum; Mario Pfeifer, Über Angst und Bildung, Enttäuschung und Gerechtigkeit, Protest und Spaltung in Sachsen/Deutschland, 2016
Mario Pfeifer lässt neun Stunden Videomaterial ohne Kommentare durchlaufen. Bildrechte: Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Elke Estel/Hans-Peter Klut

Lebenswelt von Teenagern im Jahr 1992

Im Fokus einer Ausstellung im Chemnitzer Schloßbergmuseum unter dem Motto "Wendezeit" stehen Initiativen, die spätestens seit Ende der 1970er- Jahre tätig waren - meist konspirativ und unter dem Schutz der Kirchen. Es entstanden Arbeitskreise zu Fragen der Ökologie, Stadtplanung und Denkmalpflege, zur Demokratie und vor allem zu Friedensfragen.

Die Dresdner Ausstellung in Kooperation mit dem Kunstfonds präsentiert auch das Werk "Bildschaukel" mit den beiden Seiten "Gefrorene Glieder brechen leicht" und "Gruß" von dem 1963 in Dresden geborenen Lewandowsky. Während "Gefrorene Glieder brechen leicht" 1988 in Ostberlin entstand, wurde die zweite Seite mit dem "Gruß" 1989 in Westberlin gemalt, wo sich der Künstler zum Zeitpunkt des Mauerfalls aufhielt. Damit sei es historisch gesehen ein deutsch-deutsches Kunstwerk, so die Kunstsammlungen.

Die dritte Arbeit, ein Video mit Installation, stammt von der 1984 in Zwickau geborenen Henrike Naumann. Die Künstlerin inszeniert in ihrer Videoarbeit und Installation "Triangular Stories" aus dem Jahr 2012 Szenen von Jugendkultur der 1990er- Jahre in Ost und West, zwischen Terror und Amnesie. Das Publikum wird mittels zweier vermeintlicher, aber gestellter Homevideos in die Lebenswelt von Teenagern des Jahres 1992 eingeführt. Darin sieht man Jugendliche, wie sie sich im Osten ideologisch geprägte Vorbilder suchen ("Terror"), während man sich im Westen eher dem Vergessen durch Drogenrausch und Reisen hingibt ("Amnesia").

Ausstellung im Albertinum Dresden Die Ausstellung "Nach meiner Kenntnis ist das sofort , unverzüglich" ist im Lichthof des Dresdner Albertinums vom 10. September bis 31. Dezember zu sehen.

Ausstellung im Schloßbergmuseum Chemnitz "Wendezeit" wird vom 15. September bis 24. November im Chemnitzer Schloßbergmuseum gezeigt.

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Quelle: MDR/dk/epd/dpa

Dieses Thema im MDR-Programm MDR KULTUR | 10.09.2019 | in den Kulturnachrichten

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 10:16 Uhr

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