06.06.2020 | 16:12 Uhr Dresdner Gemäldegalerie präsentiert Bildteppiche von Raffael

Die Kunstwelt feiert den 500. Todestag des Renaissancekünstlers Raffael. Mit der Sixtinischen Madonna besitzt die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eines seiner berühmtesten Gemälde. Der Wiedereröffnung der Galerie nach umfangreicher Sanierung Ende Februar 2020 folgte eine zeitweise Schließung aufgrund der Corona-Pandemie. Mittlerweile ist die Galerie im Semperbau wieder geöffnet und auch die lang geplante Sonderausstellung "Raffael – Macht der Bilder".

Blick im eine Ausstellung
Neben Raffaels Bildteppichen sind auch andere Kunstwerke des Renaissancekünstlers zu besichtigen. Bildrechte: SKD/Alexander Peitz

Zum 500. Todestag des italienischen Künstlers Raffael präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) eine neue Ausstellung. Wie das Museum mitteilte, werden ab sofort in der Gemäldegalerie Alte Meister unter anderem sieben Wandteppiche des Meisters zu sehen sein, unter anderem mit Szenen aus dem Leben der Apostel Petrus und Paulus. Außerdem werden etwa 50 Gemälde, Kupferstiche, Skulpturen, Druckgrafiken und Zeichnungen von Raffael sowie anderen Kunstschaffenden gezeigt. Die Schau mit dem Motto "Raffael – Macht der Bilder" ist bis Ende August im Semperbau am Zwinger zu sehen, so das Museum.

Ein Revolutionär der Hochrenaissance

Wie der Galeriedirektor Stephan Koja erzählt, stand Raffael in direkter Konkurrenz mit anderen hochkarätigen Künstlern seiner Zeit, wie zum Beispiel Michelangelo. Raffael machte dabei vieles anders. Seine Kunstwerke bildeten wenige monumentale Figuren ab, die sich durch "sprechende Gesten" auszeichnen, statt zentrale Figuren mit dekorativen Elementen und erläuternden Details darzustellen. Das spiegele sich auch in der neuen Ausstellung wider, so Koja.

Stephan Koja
Bildrechte: dpa

Man kann ihnen (den Figuren in seinen Kunstwerken) beim Sprechen und Agieren zusehen und visuell verstehen, welche Interaktion geschieht.

Stephan Koja Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister

Diese Verdichtung auf den prägnantesten Ausdruck und die treffendste Haltung habe Künstler seiner Zeit und nachfolgender Generationen fasziniert und beeinflusst. Das ist mit Beispielen von Dürer über Rembrandt, Rubens oder Poussin bis zu Schnorr von Carolsfeld in der Schau belegt, so Koja. Die Ausstellung führe eindrücklich vor, "wie Raffael am Anfang des 16. Jahrhunderts die Bildsprache der italienischen Hochrenaissance und besonders der Tapisserie-Kunst revolutionierte."

Vollständige Kuration durch Corona-Pandemie verhindert

Auf einige zugesagte Leihgaben aus den USA muss die wegen der Corona-Pandemie verschobene Dresdner Ausstellung verzichten, weil es keine Frachtflüge gab und Museumsmitarbeiter nicht reisen durften. Ab Herbst soll die Ausstellung, dann mit der kompletten Dresdner Serie und in leicht veränderter Form, in Columbus (Ohio) gezeigt werden. Dort wird sie bis März 2021 ausgestellt sein.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.06.2020 | 19:00 Uhr

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