Junge in Dresden angefahren 31-Jähriger nach mutmaßlichem Autorennen in Dresden in U-Haft

Ein Polizist macht Fotos an einem Auto
Gegen den mutmaßliche Unfallfahrer ist am Montag ein Haftbefehl erlassen worden. Bildrechte: Roland Halkasch

Nach dem Tod eines sechsjährigen Kindes infolge eines mutmaßlich illegalen Autorennens in Dresden sitzt der 31 Jahre alte Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter habe Haftbefehl wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie fahrlässiger Tötung erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Beamte hatten den Mann am Sonntagnachmittag vorläufig festgenommen, nachdem sich der Verdacht auf ein verbotenes Autorennen erhärtete. Zudem wird in diesem Zusammenhang gegen einen 23-Jährigen ermittelt.

Sechsjähriger Junge verstirbt kurz nach dem Unfall

Das Kind war am Sonnabend auf der Budapester Straße in Dresden von einem Auto angefahren worden, als er die Straße überquerte. "Die Verletzungen waren so schwer, dass der Junge noch vor Ort reanimiert werden musste", berichtet Michael Klahre von der Dresdner Feuerwehr, die an dem Abend den Rettungsdienst bei der medizinischen Versorgung und dem Transport des schwer verletzten Kindes unterstützte. Der Sechsjährige starb wenig später im Krankenhaus. Beschuldigt wird neben dem inhaftierten Fahrer auch ein 23-jähriger Autofahrer. Beide sollen sich ein illegales Autorennen geliefert haben.

Mehrere Hinweise nach illegalem Autorennen

Im Verlauf des Montags sind den Angaben zufolge mehrere Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. "Alle werden aufgenommen und geprüft", sagte ein Polizeisprecher am Montag ohne Details zu Zahlen und Inhalt zu nennen.

Polizisten sehen sich tagsüber die Unfallstelle an.
Bildrechte: Tino Plunert

Straftat: Illegale Autorennen Raserei und illegale Straßenrennen gelten seit 2017 in Deutschland als Straftat und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Nach dem Strafgesetzbuch wird das mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. Verursacht ein Täter bei einem dieser illegalen Rennen den Tod eines Menschen, erhöht sich das Strafmaß auf bis zu zehn Jahre Haft. Eine Umfrage in den Bundesländern hatte kürzlich ergeben, dass die Zahl der Raser auf Deutschlands Straßen trotzdem wächst.

Demnach zählte die Polizei in neun Bundesländern 2019 rund 1900 Fälle, etwa 700 mehr als ein Jahr zuvor. Darunter fallen neben illegalen Rennen auch Raser, die allein unterwegs waren oder mit hohem Tempo vor der Polizei flüchteten.

Die sächsische Polizei hat im vergangenen Jahr 92 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit illegalen Autorennen geführt. Im Jahr davor seien es 21 gewesen, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage mit. Allerdings lässt sich aus den beiden Zahlen keine richtige Entwicklung ablesen. Erst Mitte 2018 sei das elektronische Auskunftssystem so angepasst worden, dass Fälle von Raserei im Straßenverkehr zuverlässig erfasst werden, hieß es.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.08.2020 | 13:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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