Grenzkriminalität Sächsische und tschechische Ermittler heben Autoschieberbande aus

Ein ausgeschlachteter Pkw wird verladen
Die in Deutschland beschlagnahmten Autos wurden in Tschechien ausgeschlachtet. Bildrechte: Staatsanwaltschaft Dresden

Sächsischen und tschechischen Behörden ist ein gemeinsamer Schlag gegen Autoschieber gelungen. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Montag mitteilte, richten sich die noch andauernden Ermittungen gegen sieben tschechische Staatsbürger im Alter zwischen 21 und 44 Jahren wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls in mehreren Fällen.

Den Beschuldigten wird konkret zur Last gelegt, zwischen März 2015 und August 2020 mindestens zwölf Kraftfahrzeuge der Marke "Skoda" in Dresden, Bautzen, Bischofswerda, Großschönau Kamenz, Kirschau, Neukirch und Sohland entwendet und in die Tschechische Republik gebracht zu haben. Dort sollen die Autos teilweise zerlegt und gewinnbringend verwertet worden sein. Dabei hätten die Beschuldigten bandenmäßig organisiert agiert, hieß es.

Fünf Haftbefehle beantragt

Autoteile in einem Regal
Die mutmaßlichen Autoschieber haben die Fahrzeugteile einzeln in Tschechien verkauft. Bildrechte: Staatsanwaltschaft Dresden

Im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens hatte die Staatsanwaltschaft Dresden nach eigenen Angaben Durchsuchungsbeschlüsse für neun Objekte im Großraum Varnsdorf in Tschechien erwirkt, "bei denen davon auszugehen war, dass sie von der Bande als Werkstätten zum Zerlegen in Deutschland entwendeter Pkw sowie als Lager genutzt wurden". Weiterhin hatte die Staatsanwaltschaft Dresden fünf Europäische Haftbefehle beantragt, die der Ermittlungsrichter auch erlassen hatte.

In der vergangenen Woche durchsuchten Beamte der "Soko Kfz" des Landeskriminalamtes Sachsen gemeinsam mit tschechischen Polizeibeamten die Objekte.

Fünf Pkw unversehrt sichergestellt

Polizei im Einsatz
Insgesamt fünf Menschen wurden festgenommen. Sie stehen im Verdacht, gewerbsmäßig die Autos gestohlen, nach Tschechien gebracht und dort verwertet zu haben. Bildrechte: Staatsanwaltschaft Dresden

Bei den Durchsuchungen konnten den Angaben zufolge fünf entwendete Fahrzeuge sichergestellt werden, die nun an die Eigentümer zurückgegeben werden können. Zwei der sichergestellten Fahrzeuge waren noch unversehrt, bei drei Fahrzeugen waren bereits Teile ausgebaut. "Weiterhin wurde eine Vielzahl von Autoteilen sichergestellt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus in Deutschland begangenen Diebstahlshandlungen stammen und bereits 17 Pkw-Diebstählen zugeordnet werden konnten", so die Staatsanwaltschaft. Die Haftbefehle konnten vollstreckt werden - ein Beschuldigter wurde in Deutschland festgenommen, vier weitere Beschuldigte in der Tschechischen Republik. Diese Personen befinden sich laut Staatsanwaltschaft derzeit in Auslieferungshaft.

Durch den erhöhten Fahndungsdruck hätte sich die Zahl der Pkw-Diebstähle in jüngster Zeit spürbar verringert, hieß es von den Ermittlern.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.11.2020 | 13:00 Uhr in den Nachrichten

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