17.01.2020 | 13:49 Uhr Bauernproteste legen Verkehr in Dresden lahm

Traktoren mit Transparenten versehen rollen durch Dresden.
Bildrechte: MDR/Florian Glatter

In Dresden ist es am Freitag zu massiven Behinderungen im Berufsverkehr gekommen. Grund war eine Großdemonstration sächsischer Landwirte im Vorfeld der Grünen Woche. Sie richtete sich gegen die Agrar- und Umweltpolitik der Bundesregierung.

Korso mit 1.000 Traktoren

Rund 1.000 Traktoren waren unterwegs. Auf vier Routen fuhren die Bauern am frühen Freitagmorgen in die Dresdner Innenstadt und besetzten drei Elbebrücken. Die Carolabrücke war bis kurz vor 7 Uhr komplett gesperrt. Auf der Marienbrücke und der Albertbrücke stand bis Mittag jeweils nur eine Fahrspur zur Verfügung. An dem Protest in Dresden beteiligten sich nach Angaben von Hagen Stark, Mitorganisator von "Land schafft Verbindung", etwa 2.000 Landwirte. Sie kamen überwiegend aus Sachsen.

Bauerndemo in Dresden
Kundgebung der Bauern am Freitagvormittag am Carolaplatz. Bildrechte: xcitepress

Die Bauern versammelten sich ab 10 Uhr am Carolaplatz, um mit Vertretern des sächsischen Landwirtschaftsministeriums ins Gespräch zu kommen. Außerdem wollten die Bauern eine Einladung an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Landwirtschaftsministern Wolfram Günther (Grüne) aussprechen. Sie sollen sich in einem Kamenzer Agrarbetrieb vor Ort ein Bild von der Situation der sächsischen Landwirtschaft machen.

Die CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag äußerte Verständnis für das Anliegen der Bauern. "Ich lehne es ab, dass bei Umweltproblemen immer wieder den Landwirten pauschal der Schwarze Peter zugeschoben wird", erklärte der stellvertretenden CDU-Fraktionschef Georg-Ludwig von Breitenbuch, der selbst Landwirt ist.

Kundgebung auch in Leipzig

Auch in Leipzig haben Landwirte zu einer Kundgebung aufgerufen. Dabei ging es unter anderem um Nachhaltigkeit, faire Preise und Bodenbesitz. Auf dem Leipziger Augustusplatz haben am Mittag Dutzende Bauern kleine Tüten mit Kartoffeln aus regionalem Anbau verteilt und über nachhaltige Landwirtschaft informiert.

Bilderstrecke Großdemo der Landwirte gegen Agrarpolitik

Hupend und mit viel Geknatter rollen Hunderte Traktoren durch Dresden. Aus ganz Sachsen haben sich die Bauern mitten in der Nacht zur Protestaktion auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht.

Bauerndemo in Dresden
Kundgebung der Bauern am Freitagvormittag am Carolaplatz. Bildrechte: xcitepress
Bauerndemo in Dresden
Kundgebung der Bauern am Freitagvormittag am Carolaplatz. Bildrechte: xcitepress
Traktorkorso auf der Marienbrücke. Im Hintergrund ist die Yenidze zu sehen.
Auf der Marienbrücke haben die Bauern mit ihren Traktoren die Fahrspur in Richtung Altstadt blockiert. Bildrechte: xcitepress
Traktoren stehen auf zwei Fahrspuren der Marienbrücke.
Der Berufsverkehr ist durch die stehenden Landmaschinen beeinträchtigt worden. Bildrechte: xcitepress
Traktor mit Transparent fährt durch Dresden.
Bereits am frühen Morgen rollten die Traktoren auf verschiedenen Strecken durch die Dresdner Innenstadt und blockierten dabei mehrere Brücken. Bildrechte: MDR/xcitepress
Traktorschlange in Dresden.
Auf der Carolabrücke war kein Durchkommen. Sie wurde von einer Traktorenkolonne in Beschlag genommen. Bildrechte: xcitepress
Traktor mit Transparent in Dresden.
Sächsische Bauern aus der Region hatten sich in der Nacht auf den Weg nach Dresden gemacht. Bildrechte: Erik Hoffmann
Traktorenkolonne auf einer Straße in Dresden.
Ihr Protest richtet sich gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Bildrechte: Erik Hoffmann
Traktorenkolonne beim Regierungsviertel.
Die Landwirte befürchten unter anderem wegen der geplanten Verschärfung der Düngemittelverordnung Ernteeinbußen. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Traktoren mit Transparenten versehen rollen durch Dresden.
Die Düngemittelverordnung sollte laut Landwirten daher nicht flächendeckend gelten, sondern nur in belasteten Regionen. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Ein Polizist beobachtet die vorbeifahrenden Traktoren.
Seit 5 Uhr kommt es in Dresden an verschiedenen Stellen wegen der Traktoren zu Verkehrsbehinderungen. Bildrechte: Tino Plunert
Protestplakat an einem Traktor bei Nacht
An dem Protest in Dresden beteiligten sich laut Vereinigung "Land schafft Verbindung" etwa 2.000 Landwirte. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Protestplakat an einem Traktor bei Nacht
Lautstark waren die Traktorfahrer bereits früh in der Stadt unterwegs. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Traktoren auf nächtlicher Straße
Organisiert wurde diese ungewöhnliche Sternfahrt von der Vereinigung "Land schafft Verbindung". Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Traktoren auf nächtlicher Straße
"Land schafft Verbindung" hatte sich jüngst gegründet, um die Interessen der Bauern besser durchzusetzen. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Protestplakat an einem Traktor bei Nacht
Auf der Marienbrücke und der Albertbrücke steht bis 12 Uhr jeweils nur eine Fahrspur zur Verfügung. Bildrechte: MDR/Florian Glatter
Traktoren auf einem Parkplatz vor dem Kaufland in Weißig aus der Vogelperspektive.
Traktoren auf einem Parkplatz vor dem Kaufland in Weißig aus der Vogelperspektive. Bildrechte: Rocci Klein
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Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.01.2020 | ab 5:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2020, 13:49 Uhr

5 Kommentare

aus Elbflorenz vor 5 Wochen

Für die Politik sind die wenigen Landwirte, die es gibt, keine zahlenmäßig relevante Wählergruppe, da wollen sich die Damen und Herren halt kurz fassen.

o.r.s.-wehner vor 5 Wochen

Eine sehr gute Aktion , wie ich finde. Vielleicht sollte auch unsere friday for Future Jugend mal nachdenken, dass die Milch halt doch nicht im Tetra Pak entsteht. Und die Grosstädter wissen dich gar nicht was Arbeit auf dem Lande und in der Landwirtschaft bedeutet. Aber solange die Supermarktregale immer voll sind, geht es weiter ohne Sinn und Verstand, wie im Schlaraffenland!

wwdd vor 5 Wochen

Fränkisches Essen macht wampert...

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