Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese.
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24.08.2019 | 22:54 Uhr Zehntausende Menschen bei #unteilbar-Demo in Dresden

Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese.
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In Dresden haben am Sonnabend zehntausende Menschen für eine offene und freie Gesellschaft demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter wurden rund 40.000 Teilnehmer gezählt. Erwartet wurden 25.000 Menschen. Der Aufzug mit mehreren Themen-Blöcken startete am Altmarkt und zog über vier Kilometer bis zur Cockerwiese. Aufgrund der hohen Zahl an Demonstrationsteilnehmern war zeitweise die gesamte vier Kilometer lange Strecke mit Teilnehmern belegt.

Die Polizei zog in einem Zwischenfazit am früheren Abend eine friedliche Bilanz. Im Zusammenhang mit der Demonstration seien heruntergerissene Wahlplakate und vereinzelte Graffitis festgestellt worden. Zwei Männer müssten sich deshalb wegen Sachbeschädigung verantworten.

Bilder von der #unteilbar-Demo in Dresden

Auftritt Silbermond bei #unteilbar
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Auftritt Silbermond bei #unteilbar
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Auftritt Silbermond bei #unteilbar
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Auftritt Silbermond bei #unteilbar
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Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese.
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Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese.
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Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese.
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Zwei Männer und eine Frau stehen auf einer Bühne
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Ansa Sauermann bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Max Herre bei Unteilbar in Dresden
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Unteilbar in Dresden
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Unteilbar in Dresden
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Organisatoren von enormem Zulauf überwältigt

Die Teilnehmer hätten "ein unmissverständliches Zeichen für Solidarität statt Ausgrenzung gesetzt", erklärten die Veranstalter vom Bündnis Unteilbar. "Es waren deutlich mehr Menschen bei der Demonstration, als wir gedacht hatten - aus Dresden und ganz Sachsen sowie aus vielen Teilen Deutschlands", sagte Sprecher Felix Müller. Eine Woche vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg "sagen Menschen aus dem ganzen Land Nein zu jeder Art von völkischem Gedankengut und unsolidarischer Politik", erklärte das Bündnis Unteilbar. Die Botschaft von Dresden sei: "Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden."

Silbermond: Osten nicht als braunes Nest generalverhaften

Auftritt Silbermond bei #unteilbar
Silbermond auf der Unteilbar-Bühne. Bildrechte: xcitePRESS

Bei der Abschlusskundgebung auf der Cockerwiese appellierten Vertreter zahlreicher Bündnisse, Musiker, Publizisten und Ehrenamtliche an ein faires Miteinander. Philosophin Carolin Emcke sagte, Globalisierung müsse faire Teilhabe ermöglichen.

Sehr emotional verlief der Auftritt von Silbermond. Die Musiker aus Bautzen betonten, dass die eigene Angst um die Zukunft nicht dazu führen dürfe, Populisten und Extremisten die Zukunft zu überlassen. Sängerin Stephanie Kloß warnte zugleich davor, den Osten als "braunes Nest generalzuverhaften". "Die Probleme sind nicht zu verharmlosen. Aber wir wissen eben auch, dass hier Menschen leben, hoffnungsvoll, optimistisch und mit dem Herz am richtigen Fleck."

Fakt ist eins: Wir brauchen keinen Hass, wir brauchen keinen Extremismus, wir brauchen keine Gewalt - egal von welcher Seite.

Stephanie Kloß Silbermond

Kretschmer: Ich kann nicht auf einer Veranstaltung mit der Antifa sein

Zu der Demonstration in Dresden hatten mehr als 400 Organisationen und Einzelpersonen aufgerufen, darunter Gewerkschaften und Sozialverbände. Auch die beiden großen Kirchen hatten für die Teilnahme mobilisiert. Zudem waren zahlreiche Bundes- und Landespolitiker vor Ort, unter anderen Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Kritik gab es seitens der Demonstranten daran, dass die CDU Sachsen nicht an der Veranstaltung teilgenommen hat. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ließ mitteilen, er zolle den Teilnehmern Respekt und finde es gut, dass Menschen die Demokratie und den Rechtsstaat verteidigen möchten. "Aber ich kann als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel." Es gebe Punkte, in denen "Unteilbar" und er beziehungsweise die CDU auseinanderlägen - beispielsweise bei der Seenotrettung im Mittelmeer oder dem sächsischen Polizeigesetz. "Deswegen muss es legitim sein, wenn die CDU und ich Abstand von einer Teilnahme nehmen. Ich habe lange darüber nachgedacht, und es war keine einfache Entscheidung."

Quelle: MDR/dk/afp/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.08.2019 | ganztägig im Programm
MDR SACHSENSPIEGEL | 24.08.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 22:54 Uhr

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