12.11.2019 | 14:00 Uhr Viele Lehrer-Bewerbungen - doch die meisten wollen nach Leipzig und Dresden

Anne Obersteller-Otto
Sachsen braucht engagierte Lehrerinnen und Lehrer an allen Schulstandorten und Schulformen. Der Nachwuchs will am häufigsten an Gymnasien und in den Großstädten unterrichten. Bildrechte: MDR/Maria Selchow

Für das zweite Schulhalbjahr 2019/2020 haben sich mehr grundständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen beworben, als das Kultusministerium erwartet hatte. In einer Mitteilung hieß, dass sich 646 Lehrkräfte und 74 pädagogische Fachkräfte beworben hätten. Dabei beenden in Sachsen nur 440 Referendare ihre Ausbildung im Januar. "Rund 30 Prozent der Bewerber kommen aus einem anderen Bundesland oder haben ihr Referendariat außerhalb des Freistaates absolviert", resümiert Kultusminister Christian Piwarz.

Es würde mich sehr freuen, wenn sich mehr Lehrerinnen und Lehrer als bisher von der guten Qualität der Schulen im ländlichen Raum überzeugen ließen.

Christian Piwarz

Altbekannte Probleme: Wünsche und Wirklichkeit

Allerdings wollten die meisten Bewerber an Gymnasien unterrichten. Förderschulen, Oberschulen und Grundschulen seien weniger beliebt. Den Nachwuchs zieht es zudem in die Ballungsräume Leipzig und Dresden. "Nur 44 Lehrkräfte möchten in die Bautzener Region und 67 nach Chemnitz. Für Zwickau und Umgebung bewarben sich 65 Lehrer", hieß es.

Dazu sagte Minister Piwarz: "Ich freue mich sehr über das große Bewerberinteresse. Natürlich werden wir allen grundständig ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern ein Angebot machen. Aber mehr denn je bitte ich die Stellenangebote ernsthaft zu prüfen, auch wenn diese nicht unbedingt den Wünschen entsprechen. Wir müssen die Unterrichtsversorgung in allen Teilen Sachsens sichern."

Wie kriegt das Schulamt Lehrernachwuchs aufs Land? - Um Lücken in allen Teilen Sachsens u schließen, versucht das Landesamt für Schule und Bildung in Gesprächen, die Bewerber für andere Orte außer Leipzig und Dresden zu interessieren. "Dafür sind viele Gespräche nötig", sagte Kultusministeriumssprecher Dirk Reelfs. Ziel seien immer einvernehmliche Lösungen, keine Abordnungen.
- Um Referendare frühzeitig an Regionen zu binden, hat Sachsen in Annaberg-Buchholz und Zittau Ausbildungsstätten für Referendare eröffnet.
- Seit 2018 bezahlt Sachsen allen Referendaren 1.000 Euro Sonderzuschlag im Monat, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst auf dem Land antreten und sich verpflichten, nach dem Studium für fünf Jahre dort zu unterrichten.
- 324 Referandare in drei Ausbildungsjahrgängen haben den Sonderzuschlag bislang angenommen.

Quelle: Sächsisches Kultusministerium

Das sagt die Gewerkschaft GEW zum Lehrermangel in Sachsen

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.11.2019 | ab 16:00 Uhr in den nachrichten
MDR Fernsehen - UMSCHAU | 12.11.2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 14:01 Uhr

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