30.01.2020 | 10:44 Uhr Sachsen: Trockenheit von zwei Jahren führt zu "Grundwasserdürre"

Ein Brückenbogen der Augustusbrücke überspannt das ausgetrocknete Flussbett am Ufer der Elbe vor der Kulisse der Altstadt
Selbst große Flüsse, wie hier die Elbe in Dresden, drohen stellenweise auszutrocknen. Bildrechte: dpa

Die Auswirkungen der beiden trockenen und heißen Jahre 2018 und 2019 sind in Sachsen weiterhin zu spüren. Besonders Landwirte, Obst- und Weinbauern sowie die Forstwirte sind mit den Folgen konfrontiert. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der Deutsche Wetterdienst teilten am Donnerstag mit, in Sachsen fehlten seit November 2017 bis Dezember 2019 durchschnittlich 335 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das entspreche einem halben mittleren Jahresniederschlag, hieß es. Es gibt starke regionale Unterschiede - von West nach Ost nimmt das Defizit zu. Das Vogtland ist vergleichsweise feucht, die Lausitz hingegen am trockensten.

Aktuelle Niederschläge gleichen "Grundwasserdürre" nicht aus

Der Boden ist landesweit noch immer viel zu trocken. Der aktuelle Niederschlag kommt bisher nur in den oberen Bodenschichten an.

Die Fachleute sprechen inzwischen von einer Grundwasserdürre. "Dass aktuell rund 90 Prozent der ausgewerteten 167 Messstellen den monatstypischen Grundwasserstand um durchschnittlich 60 Zentimeter unterschreiten, verdeutlicht die vorherrschende Grundwasserdürre in Sachsen." Eine ähnliche Situation habe es Anfang der 1990er-Jahre das letzte Mal gegeben, hieß es.

Bei der Bodenfeuchte macht sich das Langzeitgedächtnis der Trockenheit besonders bemerkbar.

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Den Angaben zufolge war 2019 das fünfte Jahr in Folge, in dem die Flüsse zu wenig Wasser führten ("abflussarmes Jahr"). Insbesondere kleinere Flüsse seien trockengefallen. Die Talsperren als Wasserspeicher bewähren sich den Angaben zufolge. Die Versorgung mit Trinkwasser war zu keiner Zeit gefährdet.

Temperaturen steigen schneller als erwartet

Die Temperaturen stiegen schneller als in den Klimaprojektionen abgebildet. Jahresmitteltemperaturen wie 2019 wären danach erst um 2050 zu erwarten gewesen, hieß es vom Landesamt. Untersucht wurde, wie sich die Witterung 2019 in die aktuelle Klimaentwicklung im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis1990 einordnen lässt.

Mit einer Abweichung von +2,3 Grad war 2019 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Sachsen und verdrängt 2018 auf den zweiten Platz. Mit 25 Prozent mehr Sonnenstunden war Sachsen auch das sonnenreichste Bundesland.

Weniger Feinstaub im Winter - höhere Ozonwerte im Sommer

Die Fortsetzung der Reihe zu warmer Winter hat begünstigt, dass sich die Feinstaubkonzentrationen in der Außenluft verringert haben und die Grenzwerte im Tages- und Jahresmittel 2019 sicher eingehalten worden sind. Darauf verweist das LfULG. Die beiden "extrem zu warmen Jahre 2018 und 2019" hätten jedoch "wieder zu hohen Mittelwerten der Ozonkonzentration" geführt, "die das hohe Niveau der Vorjahre noch übertraf".

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.01.2020 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

11 Kommentare

Eulenspiegel vor 37 Wochen

Hallo W. Merseburger
Ihre Milchmädchenrechnung ist zwar ganz lustig aber hat leider überhaupt kein Bezug zur Realität. Um nicht zu sagen sie ist ganz einfach falsch. Das fängt schon damit an das die Niederschlagsmenge total unrelevant ist. Interessant ist ausschließlich die Wassermenge die in den Boden eingedrungen ist.
„Danach sind 2019 in Sachsen 82% Regenmenge (inklusive Schnee) bezogen auf den langjährigen Durchschnitt gefallen.“
Da eine derartige "Grundwasserdürre" nicht in 2 Jahren entsteht, dazu braucht es viele Jahre, ist ihr langjährigen Durchschnitt eben ach schon zu niedrig und führt langfristig auch zu Schäden.
Alles in allem eine lustige Milchmädchenrechnung die absolut kein Bezug zur Realität hat.

Eulenspiegel vor 37 Wochen

Hallo der Beobachter
„Wenn ich es richtig sehe, ist das Problem in der OL bereits viel länger als die zwei Jahre bestehend“
Ich denke da haben sie Recht. Nur das dieses nicht nur für OL zutrifft. Eine derartige "Grundwasserdürre" entsteht nicht durch 2 heiße und trockene Jahre. Das ist eine Endwicklung über viele Jahre. Nur in dem Moment wo spätesten eine Reihe nasser Sommer hätten kommen müssen kamen eben die Sommer 2018 und 2019. Und das Jahr 2020 wird aller Voraussicht nach auch nicht kühler und feuchter.

DER Beobachter vor 37 Wochen

Sicher muss man auch die Einzelwerte berücksichtigen, die ja die Durchschnittswerte herstellen. Aber können Sie sich noch erinnern, wie die Klimawandelleugner hier mit dem Verweis auf 1912 war es glaube ich, als man fast trockenen Fußes die Elbe durchqueren konnte, die deutlich sichtbaren Entwicklungen bestritten, auf die die Bauern, Forstwirte und Feuerwehren bereits intensiv reagieren?

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