Sachsen, Dresden: Ein Baukran steht auf der Baustelle der neuen Halbleiterfabrik von Bosch.
Bis zu 700 Menschen will Bosch später im neuen Dresdner Werk beschäftigen, doppelt so viele Bauarbeiter sind aktuell dort zu Gange. Bildrechte: dpa

08.10.2019 | 08:55 Uhr Dresden: Die ersten 200 Bosch-Mitarbeiter beziehen Büros

Sachsen, Dresden: Ein Baukran steht auf der Baustelle der neuen Halbleiterfabrik von Bosch.
Bis zu 700 Menschen will Bosch später im neuen Dresdner Werk beschäftigen, doppelt so viele Bauarbeiter sind aktuell dort zu Gange. Bildrechte: dpa

In Dresden "wächst" die neue Halbleiterfabrik von Bosch. Mit rund einer Milliarde Euro ist sie die größte Einzelinvestition in der 130-jährigen Firmengeschichte. Die ersten rund 200 Mitarbeiter - sie stammen aus neun Nationen - sollen bis Jahresende die neuen Bürogebäude beziehen. Werksleiter Otto Graf sagte, pro Monat kämen etwa zehn bis 15 Experten hinzu.

Bis zu 700 Mitarbeiter sollen es einmal am Standort Dresden sein. Wann das Ziel erreicht werde, hänge aber von Nachfrage und Auslastung des Werkes ab, hieß es. Im Frühjahr 2020 soll das Werk die Arbeit aufnehmen, ab Ende 2021 will Bosch in der sächsischen Landeshauptstadt 300-Millimeter-Wafer unter anderem für die Automobilindustrie fertigen. Die Mikrochips sollen beispielsweise in Airbags, ESP-Systemen und Motorsteuerungsgeräten zum Einsatz kommen.

1.400 Bauarbeiter derzeit im Einsatz

Das Firmengelände in der Nähe des Flughafens ist so groß wie 14 Fußballfelder, bis zum Ende der Bauarbeiten werden rund 380 Kilometer an Kabeln verlegt und knapp 16,5 Tonnen Stahl verbaut. 1.400 Bauarbeiter sind derzeit im Einsatz.

Die Ansiedlung von Bosch gehört zu den größten der vergangenen Jahre in Sachsen, die Landeshauptstadt konnte sich gegen Konkurrenten wie Singapur und New York durchsetzen. Man habe sich wegen der Nähe zu Partnern wie Infineon und zum Reutlinger Werk dafür entschieden, hieß es. Im Juni 2018 wurde der Grundstein für das neue Werk gelegt.

Bosch setzt auf Siliziumkarbid-Chips

Das Unternehmen Bosch will künftig verstärkt auf Mikrochips aus Siliziumkarbid setzen. Geschäftsführer Harald Kröger sagte am Montag in Dresden, damit könnten Elektroautos etwa sechs Prozent mehr Reichweite erzielen. Zudem ließen sie sich schneller laden - bei weniger Platz und Gewicht. Damit könnten langfristig die Kosten für E-Batterien gesenkt werden, so Kröger. Produziert werden sollen die Mikrochips in dem Reutlinger Werk südlich von Stuttgart.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 07.10.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 09:03 Uhr

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