Verdacht auf Landfriedensbruch Polizei ermittelt gegen Randalierer nach Eierwürfen auf Feuerwehrleute

Demonstranten in Dresden
Mehrere Jugendliche sind am Dienstagabend durch das Dresdner Hechtviertel gezogen. Feuerwehrleute wurden mit Eiern, ein Wohnhaus mit Farbbeuteln beworfen. Bildrechte: xcitepress

Die Dresdner Feuerwehr ist am Dienstagabend zu einem Fahrzeugbrand in der Fritz-Reuter-Straße am Rande des Hechtviertels gerufen worden. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, wurden die Einsatzkräfte von Unbekannten mit Eiern beworfen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Dabei seien ein Löschfahrzeug sowie ein parkender Pkw getroffen worden. "Auf Grund der unruhigen Lage im Hechtviertel wurde die sich in unmittelbarer Nähe befindliche Bereitschaftspolizei angefordert, um weitere Angriffe zu unterbinden", so der Feuerwehrsprecher. Auf dem Fahrzeug eines Immobilienunternehmens wurde auf der Motorhaube ein angebranntes Stück Kohlenanzünder gefunden, welches von Anwohnern bereits gelöscht worden war. Ein größerer Schaden blieb aus.

Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch

Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN, zum Zeitpunkt des Feuerwehreinsatzes seien mehrere Personen gemeinsam in der Gegend unterwegs gewesen. Später hieß es, die Polizei ermittele wegen Landfriedensbruch. Eine Gruppe von etwa 50 Personen habe mehrere Gebäude an der Hechtstraße sowie der Conradstraße mit Farbbeuteln und Steinen beworfen.

"Zudem zündeten sie Pyrotechnik und beschädigten das Wartehäuschen einer Straßenbahnhaltestelle am Bischofsplatz", bestätigte die Polizei. Weiterhin sollen sie drei geparkte Fahrzeuge auf der Conradstraße mit Farbe beschmiert haben. Die Gruppe soll auch für die Eierwürfe auf die Feuerwehrleute und die versuchte Brandstiftung an dem Fahrzeug verantwortlich sein.

Proteste im Hechtviertel gegen steigende Mieten

Seit dem Wochenende hatten Jugendliche im Hechtviertel gegen steigende Mietpreise und Gentrifizierung prostestiert und ein leerstehendes Haus besetzt. Am Dienstagvormittag war das Haus von der Polizei geräumt worden. Bei dem Einsatz gab es keine Zwischenfälle.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.10.2020 | 19:00 Uhr

11 Kommentare

Erik_H vor 6 Wochen

Und der Name wäre?
Linksextremisten? Oder gar Linksterorristen? Letztere Bezeichnung wäre eine Verharmlosung des "Terrors der RAF", weil man hier Tötungsdelikte mit Eierwürfen gleichsetzt. Bei ersterer Bezeichnung wird es dann schon schwieriger, jedoch sollte man auch hier differenzieren. Es ist schon klar, dass Straftaten begangen worden sind, jedoch gab es keine Verletzten. Würde man diese Gruppe als Linksextremisten bezeichnen, würden sich die Mitglieder*innen des "Schwarzen Blocks" sicher "angepisst" fühlen ;-). Bleiben wir also weiter bei "Gruppe"- da kann man nichts falsch machen.

MikeS vor 6 Wochen

@RM
" ... um linke Gewalt handeln könnte ..." Sie formulieren klassisch im Konjunktiv und möchten damit eine Tatsache implizieren. Verwenden Sie doch den Begriff ANARCHISMUS, das kommt der Realität schon sehr sehr nahe!

ralf meier vor 6 Wochen

Der MDR vermeidet konsequent jeden HInweis, das es sich um linke Gewalt handeln könnte. Dies steht im krassen Gegensatz zu der fast täglichen 'Berichterstattung' gegen 'rechts' . Ein erster durchaus ironisch formulierter Kommentar wurde nicht freigeschaltet.

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