Staatsanwaltschaft Dresden Ermittler in Deutschland und Kosovo heben Bande von Lottobetrügern aus

Mann mit Headset sitzt an einem Computer
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Nach monatelangen Ermittlungen haben Fahnder eine Callcenter-Betrügerbande aus dem Kosovo ausgehoben. Ermittelt hatten neben kosovarischen Behörden auch Polizei und Staatsanwaltschaft aus Dresden, Arnsbarch und Trier. Bei einer Razzia im Kosovo seien Mitte November neun Tatverdächtige festgenommen worden, darunter auch die Köpfe der Bande, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Freitag mit.

Die Täter sollen seit mehreren Jahren aus einem Callcenter im Kosovo zumeist alleinstehende Senioren in Deutschland angerufen und ihnen hohe Lotteriegewinne suggeriert haben. Dafür verlangten sie aber Gebühren wie Transport- oder Notarkosten. Die geforderten Zahlungen sollten teilweise in bar an Geldabholer, teilweise über Zahlungsdienste erfolgen. Der von der Bande angerichtete Schaden sei noch nicht genau beziffert, solle jedoch im zweistelligen Millionenbereich liegen, so die Staatsanwaltschaft Dresden.

Bande erbeutete rund 80.000 Euro in Dresden

Acht Geschädigte stammen aus Dresden. Rund 10.000 Euro pro Fall erbeuteten die Täter in Dresden. Die Polizei konnte für diese Fälle fünf Verdächtige ausmachen, einer von ihnen wurde im Zuge der Razzia im Kosovo festgenommen. Laut der Staatsanwaltschaft sei der 28-Jährige ein leitendes Miglied der Bande. "Wir gehen davon aus, dass es noch viel mehr Geschädigte gibt als bisher bekannt", sagt Jürgen Schmidt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. "Diese können sich auch weiterhin bei uns melden und werden in das kosovarische Verfahren involviert."

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.11.2020 | 12:00 Uhr in den Nachrichten

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