Corona-Krise Dresdner Startup will Corona-Gästelisten digitalisieren

Für Gastwirte und Veranstaltende gibt es aufgrund der Corona-Pandemie derzeit eine Pflicht zur Erfassung der Kontaktdaten ihrer Gäste. Digitale Angebote könnten diese Datenerfassung vereinfachen und eine datenschutzkonforme Speicherung garantieren. Eine solche Online-Lösung haben zwei junge Dresdner entwickelt.

Guestident-Erfinder: Jonas Kellert und Marius Gebert aus Dresden
Bildrechte: guestident

Mitten in der Corona-Krise haben Marius Gebert und Jonas Kellert eine Internet-Plattform entwickelt, die Veranstaltenden bei der Erfassung von Kontaktdaten helfen soll. Ihre Online-App namens "guestident" soll die bislang oft per Hand ausgefüllten Gästelisten digitalisieren und somit Zeit und Papier sparen.

Besucher tragen Daten online ein

Die Besucherinnen und Besucher einer Veranstaltung können ihre Daten bereits vorab online in ein Formular eintragen und bekommen dann einen QR-Code angezeigt, der am Einlass vom Sicherheitspersonal gescannt wird. Bei diesem Scan werden die zuvor eingetragenen Daten erfasst und vier Wochen auf einem Server gespeichert. Die Plattform funktioniert als "Web-App": Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer ihre Daten online eintragen, aber selbst keine App auf ihrem Smartphone installieren müssen.

Datenschutzkonforme Speicherung

Außerdem versprechen die beiden Gründer, dass alle erfassten Einträge datenschutzkonform gespeichert werden. "Alle Daten der Gäste werden verschlüsselt auf deutschen Servern für vier Wochen gespeichert und danach kompromisslos gelöscht", versichert Jonas Kellert MDR Sachsen.

Bildergalerie So funktioniert die Web-App "guestident"

Online-App Guestident auf einem Smartphone
Die Web-App Guestident in Aktion: Per QR-Code können Gäste auf den Login-Bereich zugreifen. Bildrechte: Guestident
Online-App Guestident auf einem Smartphone
Die Web-App Guestident in Aktion: Per QR-Code können Gäste auf den Login-Bereich zugreifen. Bildrechte: Guestident
Online-App Guestident
Nach dem Scan des Codes werden Gäste zunächst auf den Weblogin von Guestident weitergeleitet. Bildrechte: Inka Zimmermann
Online-App Guestident
Gäste tragen ihre Kontaktdaten in eine vorgegebene Maske ein. Bildrechte: Inka Zimmermann
Online-App Guestident
Nachdem Gäste ihre Daten online eingetragen haben, bekommen sie einen persönlichen QR-Code zur Verfügung gestellt. Bildrechte: Inka Zimmermann
Online-App Guestident auf einem Smartphone
Einlasskontrolle: Das Sicherheitspersonal kann den erstellten QR-Code scannen, die Daten werden nun vier Wochen verschlüsselt gespeichert. Bildrechte: Guestident
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Gründer haben zuvor Partys veranstaltet

Für Jonas Kellert und Marius Gebert ist die Plattform "guestident" nicht das erste gemeinsame Projekt: Der Student und der Schüler haben sich bei einem Startup-Netzwerktreffen kennengelernt und arbeiten seitdem gemeinsam an verschiedenen Projekten. Vor der Corona-Krise haben sie gemeinsam Partys veranstaltet, nun soll ihr neustes Projekt anderen Veranstaltenden helfen. Langfristig wollen die beiden Gründer allerdings auch Geld verdienen. Zwischen zwei und drei Cent pro Gast sollen Veranstaltende für die Plattform bezahlen.

Erster Praxistest im Dresdner Parkhotel 

Den ersten Praxistest hat die App der beiden Dresdner schon hinter sich: Vor einigen Wochen testete das Parkhotel Dresden das System während einer Oktoberfestparty. Das Feedback der Veranstalter sei positiv gewesen, so Jonas Kellert. Außerdem sei man mit den Weihnachtsmärkten in Dresden und Leipzig im Gespräch und habe bereits ein Angebot vorgelegt.

Nutzung in der Gastronomie

Weil sie vermuten, dass aufgrund der aktuellen Situation Gästelisten auch in der Gastronomie weiterhin eine Rolle spielen werden, haben die beiden Gründer nun einige neue Features integriert. "Platz, Reihe und Tischnummer kann man jetzt als Gast mit angeben", so Jonas Kellert. Künftig solle auch ein Gruppen-Check-in realisiert werden, der es mehreren Personen ermögliche, gleichzeitig registriert zu werden.

Quelle: MDR/iz

3 Kommentare

Rick vor 5 Wochen

Gute Idee der beiden. Allerdings gibt es solche Registrierungsportale bereits. Zb in Hamburg - hier muss man sich seit Monaten in Restaurants, Cafés etc registrieren - sind solche Produkte bereits seit Monaten im Einsatz. Vielleicht hilft da einmal ein wenig Recherche durch den MDR, auch wenn die Registrierung in Sachsen neu ist.

Chemieschwein. vor 5 Wochen

Hmm....kenne keinender seine richtigen Daten in der Gaststätte hinterlassen hat. Also was soll sich dann mit dieser App ändern? Dinge die die Welt nicht braucht!!

Chemieschwein. vor 5 Wochen

Klasse App👍da werd ich in Zukunft meine richtige Adresse und Namen angeben

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