23.02.2020 | 15:20 Uhr Coronavirus: Fünf Sachsen dürfen Wohnungen nicht verlassen

Modell des Corona-Virus
Das Corona-Virus breitet sich noch immer aus. Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Fünf Menschen in Sachsen dürfen wegen des Coronavirus derzeit ihre Wohnungen nicht verlassen. Das sächsische Gesundheitsministerium teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN mit, die Personen hätten sich auf dem Kreuzfahrtschiff "Westerdam" befunden. Zwei der betroffenen Personen stammen laut Ministerium aus Dresden, drei aus dem Landkreis Meißen. Nach MDR-Informationen sind inzwischen alle fünf zurück in Sachsen.

Die Personen waren bereits vor ihrer Rückkehr von den Dresdner und Meißner Gesundheitsämtern angeschrieben und aufgefordert worden, sich nach ihrer Rückkehr umgehend zu melden. Auf dem Schiff gab es nach Behördenangaben einen bestätigten Corona-Fall, Hunderte Reisende mussten in Quarantäne auf dem Schiff bleiben. Schließlich durften sie in Kambodscha an Land.

Die Personen stehen unter Beobachtung durch das Gesundheitsamt. Sie sind gesund, aber zur Sicherheit häuslich isoliert.

Sächsisches Gesundheitsministerium


Ferner gab es in Sachsen bisher einen konkreten Verdachtsfall. Aus dem Ministerium hieß es dazu: "Eine Frau aus dem Erzgebirgskreis war an einem Atemwegsinfekt erkrankt und hatte zuvor flüchtigen Kontakt zu einem bestätigten Fall in Bayern gehabt." Inzwischen gibt es Entwarnung, mittels Laboruntersuchungen sei "eine Infektion mit dem Coronavirus definitiv ausgeschlossen".

Strenge Regeln für Verdachtsfälle

Das Ministerium betonte, Kontakt zum Gesundheitsamt sollten in jedem Fall aufnehmen:

  • Personen, die einen engen Kontakt mit einer Person hatten, bei der das neue Corona-Virus im Labor nachgewiesen wurde
  • Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben


Sollten Krankheitsanzeichen auftreten, müssen sie sich sofort wieder mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Ein Arztbesuch, Krankentransport oder auch ein Aufsuchen eines Krankenhauses darf nur nach telefonischer Voranmeldung unter Hinweis auf die Reise beziehungsweise den vorherigen Kontakt zu Erkrankten erfolgen.

Coronavirus
Der Reise- und Frachtverkehr ist durch die ansteckende Krankheit weltweit eingeschränkt. Bildrechte: imago images/Xinhua

Konkrete Verdachtsfälle sind aktuell für 14 Tage - maximale Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch - zu isolieren. Mit Krankheitsanzeichen erfolgt dies im Krankenhaus, ohne Symptome zu Hause. Wenn sich der Betroffene ohne Krankheitszaneichen zu Hause aufhält, muss er zweimal täglich Fieber messen sowie dies protokollieren und wird täglich vom Gesundheitsamt kontaktiert.

Unterdessen wurde am Sonntag bekannt, dass Italien ganze Städte wegen des Coronavirus abriegelt und den weltberühmten Karneval von Venedig abgesagt hat.

Quelle: MDR/lam/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.02.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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