17.03.2020 | 12:47 Uhr Handwerkskammer-Präsident: "Hilfen sollen sehr schnell kommen"

Die Corona-Krise schränkt nicht nur den Alltag ein, sondern wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus. Volkswagen will den Großteil seiner Werke schließen. Doch auch kleine Handwerksunternehmen sind betroffen. MDR SACHSEN hat mit dem Präsidenten der Dresdner Handwerkskammer, Jörg Dittrich, gesprochen.

Herr Dittrich, welche Branchen leiden aus Ihrer Sicht zurzeit am meisten?

Einerseits sind natürlich die Lieferketten betroffen, vor allem in der Automobilindustrie. Aber auch die Messebauer sind ganz stark betroffen. So richtig kann man aber noch nicht absehen, wer noch alles betroffen sein wird. Die Frage ist, wo kommt es zu Schließungen aufgrund von Infektionen? Insofern ist es für alle eine schwierige Situation.

Friseure beispielsweise dürfen nicht mehr in Altenheime, obwohl sie Verträge mit den Einrichtungen haben. Das bedeutet Einbußen. Gibt es schon Hilfsangebote für Menschen, die bereits jetzt in Schräglage geraten sind?

Die Bundesregierung und auch die Landesregierungen stehen mit uns in engem Kontakt. Die Hilfen sollen sehr schnell kommen und man arbeite daran. Aber: Die Festlegung gibt es erst seit wenigen Tagen. Deswegen kann es nicht sein, dass die Hilfe heute schon da ist. Es ist aber allen bewusst, dass hier sehr schnell gehandelt werden muss. Es gibt verschiedene Instrumente, die auch heute schon mit Anträgen zur Unterstützung möglich wären, zum Beispiel für Solo-Selbstständige. Da das Ganze flächendeckend passiert, muss es aber auch andere Instrumente geben. Und an diesen Instrumenten wird fieberhaft gearbeitet, um sie schnell auszurollen.

Morgen gibt es eine Online-Informationsveranstaltung der Handwerkskammer Dresden zu Corona. Wann beginnt die und wie wird sie ablaufen?

Die Online-Informationsveranstaltung wird morgen 10 Uhr beginnen. Ziel ist es, dass die Fachexperten häufig gestellte Fragen einer großen Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Ganze wird als Video aufgenommen, damit man es hinterher weiterhin ansehen kann. Ich denke, dass die neuen Kommunikationstechnologien in dieser Situation eine Feuertaufe haben. Deswegen hoffen wir, dass viele Menschen diese Hürde überspringen und sagen: Ich schalte mich dort mal zu, höre, was andere fragen und was denen durch den Kopf geht. Und dann stellt man vielleicht fest, dass es viele ähnliche Fragen gibt, die dann einheitlich beantwortet werden. Oder man sagt, das wissen wir heute noch nicht. Dann bemühen wir uns, in einem gewissen Zeitraum eine klare Antwort zu liefern.

Wie kann ich daran teilnehmen?

Die Teilnahme ist kostenlos. Gehen Sie einfach auf unsere Homepage. Dort ist in drei kurzen Schritten erläutert, wie man an der Veranstaltung teilnehmen kann.

Quelle: MDR/nj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.03.2020 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen