30 Prozent weniger Besucher Corona-Krise beschert Dresdner Zoo eine Million Euro Verlust

Mit Hilfe von Futter lockt eine Tierpflegerin den nordamerikanischen Baumstachler Howard auf die Waage. Wie sich wenig später herausstellt, wiegt er knapp zehn Kilo.
Mit Hilfe von Futter lockt Tierpflegerin Annka Lewertoff (26) den nordamerikanischen Baumstachler Howard auf die Waage. Wie sich wenig später herausstellte, wiegt er knapp zehn Kilo. Bildrechte: Zoo Dresden

Die Corona-Pandemie sorgt  im Dresdner Zoo für Sorgenfalten. Wie Direktor Karl-Heinz Ukena am Mittwoch anlässlich der jährlichen Zoo-Inventur mitteilte, gingen die Besucherzahlen 2020 um 30 Prozent auf 627.000 Gäste zurück. Bis Jahresende sei dadurch ein Verlust von reichlich einer Million Euro angefallen. Dennoch hätten die Dresdner dem Zoo in der Pandemie überwiegend die Treue gehalten. "Mit der Stadt Dresden haben wir zudem einen starken Gesellschafter, der uns bezuschusst, so dass die laufenden Kosten gedeckt sind. Die Versorgung unserer Tiere und die Absicherung aller Arbeitsplätze war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.“

Baustart für Orang-Utan-Haus im Sommer

Trotz Krise gehen auch die Planungen für das neue Orang-Utan-Haus weiter. Es soll mit 17 Millionen Euro Kosten das größte Bauprojekt in der Geschichte des Zoos werden. Der Baustart ist im Sommer geplant. Die Zucht von Orang-Utans hat in Dresden eine lange Tradition. Mit einem Investitionszuschuss der Stadt rechnet man aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht. Deshalb soll ein Kredit in Höhe von zwölf Millionen Euro aufgenommen werden, hieß es. Die Restsumme soll aus Eigenmitteln und Spenden finanziert werden. Bis Jahresende seien bereits 126.000 Euro Spenden dafür eingegangen. Insgesamt will man zehn Prozent der Bausumme von Spendern einwerben.

Eine Frau zählt Erdmännchen
Die Zebramangusten bekommen von Tierpflegerin Annka Lewertoff Mehlwürmer zu fressen und werden dabei gleich gezählt. Insgesamt gibt es 30 Stück von den Tieren im Dresdner Zoo. Bildrechte: Zoo Dresden

Zoo seit November geschlossen

Nachdem der Zoo bereits im Frühjahr geschlossen war, musste er ab dem 2. November erneut seine Türen für die Öffentlichkeit schließen. Der Zoo-Alltag läuft hinter den Kulissen weiter. Das neue Jahr begann wie üblich mit der Erfassung sämtlicher Tierbestände. Die Menge der Tiere blieb mit etwa 1.500 nahezu konstant. Bei der Artenvielfalt verzeichnete der Zoo aber einen Rückgang. Das sei beispielsweise auf die Abgabe der Wasserschweine und Parmakängurus zurückzuführen, hieß es. Mit dem Tod des Riesensalamanders habe man die Haltung dieser Amphibienart beendet. In diesem Jahr sollen jedoch neue Tiere kommen, so noch vor Ostern die in Afrika beheimateten Löffelhunde. Weitere Neuzugänge sind bei Goralen - eine asiatische Ziegenart - und Kattas geplant.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.01.2021 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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