29.05.2020 | 13:16 Uhr | Update Kurzarbeit für 600 Mitarbeiter der Stadt Dresden soll bis Jahresende gelten

 Das Neue Rathaus mit dem Rathausturm in Dresden (Sachsen)
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Die Stadt Dresden schickt ab 2. und 3. Juni 600 ihrer insgesamt rund 7.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Man werde die in den Tarifverträgen vereinbarten Aufstockungsbeträge zahlen, so dass sich die Entgelteinbußen der Beschäftigten auf ein Mindestmaß reduzieren, teilte die Verwaltung mit. Kurzarbeit in unterschiedlichem Maße gelte für Mitarbeiter mehrerer Sportstätten, Bühnen und Kultureinrichtungen, darunter die Philharmonie, die Staatsoperette, das Theater Junge Generation, aber auch die Musikschule, sagte Finanzbürgermeister Peter Lames MDR SACHSEN. Die Kernverwaltung sowie Sozial- und Erziehungsbereiche seien nicht von Kurzarbeit betroffen.

Für die Beschäftigten, die in Kurzarbeit arbeiten, wird Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit beantragt. Die Kurzarbeit wurde in den betroffenen Bereichen angekündigt und gilt damit für deren Beschäftigte sieben Tage nach dieser Ankündigung.

Stadtverwaltung Dresden

Kurzarbeit erst nach Abstimmung mit allen Tarifpartnern

Dass die Reglung erst im Juni greift, während andernorts der Normalbetrieb hochfährt, begründete Lames mit tarifrechtlichen Entscheidungen und Abstimmungsprozessen im Hintergrund. Um den Folgen zu begegnen, die den Dienst- und Spielbetrieb durch Corona-Maßnahmen einschränken, hatten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften Ende März 2020 erstmals Tarifgrundlagen auch für Kurzarbeit im öffentlichen Dienst geregelt. "All das greift jetzt nach den Absprachen mit den Tarifpartnern. Wir hätten das nicht früher regeln können", meinte Lames. Der öffentliche Dienst habe nicht so schnell auf die Lage reagieren können wie die freie Wirtschaft, die seiner Meinung nach ohnehin mehr Erfahrungen mit Kurzarbeiterregularien habe.

Bis zu halbe Million Euro Einsparungen - pro Monat

Peter Lames, Sportbürgermeister in Dresden
Peter Lames kümmert sich für die Stadt Dresden um die Finanzen und das Personal. Bildrechte: IMAGO

Die Kurzarbeit gelte bis Jahresende für die 600 städtischen Mitarbeiter. "Wir hoffen aber, dass es für die Beschäftigten schneller wieder nach oben geht", meinte der Finanz- und Personalbürgermeister. Durch die Kurzarbeiterregelung schätzt die Stadt Dresden, dass sie etwa 300.000 bis 500.000 Euro im Monat Kosten einsparen könnte. Die Maßnahme stehe nicht im direkten Zusammenhang mit der für Dresden verordneten Haushaltssperre. Finanzbürgermeister Lames sagte dazu: "Die Gespräche zur Kurzarbeit gab es schon im März vor dieser Sperre. Das ist unabhängig voneinander zu betrachten."

Mein Wunsch ist, dass wir rasch einen Impfstoff bekommen und hinreichend Immunisierung haben, damit endlich wieder Theatervorstellungen, Konzertabende und Sportveranstaltungen stattfinden können.

Peter Lames Finanz- und Personalbürgermeister Stadt Dresden

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.05.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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