Corona-Pandemie Zugespitzte Corona-Lage - Landesärztekammer schlägt neue Regeln vor

Ein Schild mit der Aufschrift "Gesundheitsamt".
Die Überlastung der Gesundheitsämter ist ein Kritikpunkt der Sächsischen Landesärztekammer. Bildrechte: imago images/Waldmüller

Die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) fordert eine Anpassung der Strategien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Wie der Präsident der SLÄK, Erik Bodendieck, am Freitag sagte, sei zurzeit nicht davon auszugehen, dass sich die Erkrankungszahlen unter eine Inzidenz von 50 pro 100.000 innerhalb von sieben Tagen bewegen. Da die Behandlungsbedürftigkeit von infizierten Personen der Infektion bis zu 14 Tage hinterherlaufe, müsse man jetzt die Strategien anpassen.

Vier Diskussionspunkte

Bodendieck forderte unter anderem, die Kontaktnachverfolgung zu überdenken. Diese sei durch die Belastung der Gesundheitsämter und fachfremde Mitarbeiter nur eingeschränkt möglich. Ebenso müsse eine Änderung der Quarantäneregeln geprüft werden. Insgesamt stellte der Kammerpräsident vier Punkte "als Diskussionsgrundlage für zukünftige politische Entscheidungen" vor. Die Forderungen der SLÄK:

  • Bei der Kontaktnachverfolgung müsse geprüft werden, ob diese sinnvoll sowie sachgerecht durchführbar sei. Fehlende Sachkenntnisse bei fachfremden Mitarbeitern mache deren Einsatz nur eingeschränkt möglich und schaffe keine wirkliche Entlastung der Ämter.


  • Bei Quarantäneregelungen müsse die Unterscheidung zwischen Kontaktpersonen 1. und 2. Grades überdacht werden. Dazu gehöre auch, ob es noch sachgerecht sei, Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne zu schicken, wenn bekannt ist, dass die meisten Kontaktpersonen spätestens sieben Tage nach Kontakt erkranken würden.


  • Aufgrund des Personalmangels sollten laut Bodendieck Kontaktpersonen aus systemrelevanten Berufen einheitlich unter Nutzung von FFP-2-Masken von der Quarantänepflicht befreit werden.


  • Personal aus nicht systemrelevanten Bereichen sollte in systemrelevanten Bereichen eingesetzt werden, um ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.

Funktionieren der Gesellschaft sichern

Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer
Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Bildrechte: Slaek

Ich möchte damit die bisherige Strategie der sächsischen Staatsregierung auf keinen Fall in Frage stellen.

Erik Bodendieck Präsident der Sächsischen Landesärztekammer

Man habe immer wieder deutlich gemacht, dass die SLÄK die Corona-Schutzmaßnahmen des Landes grundsätzlich mittrage. Gegenüber allen Menschen, welche sich weiter in Ihrem Beruf oder auch fachfremd zur Verfügung stellen, gelte höchster Respekt. Jetzt müsse man mehr denn je das Funktionieren der Gesellschaft sichern, so Bodendieck.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | 01.01.2020 | 00:01 Uhr

2 Kommentare

Freiheit vor 9 Wochen

Wenn hier in der Politik nicht bald Vernunft und Verstand Einzug hält, wird die Lage explodieren!

Die sogenannten Maßnahmen sind völlig unverhältnismäßig und unnötig!

Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht.

Guter Schwabe vor 9 Wochen

Funktionieren der Gesellschaft sichern

Wir haben Mitte November, der jährliche Anfang der Grippewelle wie jedes Jahr und dann so einen Spruch, wenn die Wirtschaft jetzt schon systematisch runter gefahren wird.
Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer sollte sich mal langsam Gedanken machen, was mit der Gesellschaft bei weiteren zu erwartenden Einschränkungen, jenseits des GG, passiert.
Die Gesellschaft wird zu Pulverfass, in der Hoffnung das keiner zündelt, meine Meinung.

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