Veranstaltungsbesuche Dresdner Unternehmen entwickelt Corona-App zur Nachverfolgung von Kontakten

In der Corona-Pandemie müssen Besucher von Veranstaltungen Name und Adresse hinterlassen, damit im Fall einer Infektion die Kontakte nachverfolgt werden können. Ein neue App soll dies übernehmen und einfacher machen.

Sachsen, Dresden: Kathleen Parma und Jörg Meiߟner, Entwickler vom sächsischen Startup "pass4all", halten ein Smartphone mit der App-basierten Lösung zur anonymen Kontaktnachverfolgung mit verifizierten Kontaktdaten in den Händen.
Kathleen Parma und Jörg Meiߟner, Entwickler vom sächsischen Startup "pass4all" Bildrechte: picture alliance/dpa

Ein Dresdner Unternehmen hat eine App entwickelt, die die Nachverfolgung von Kontakten Corona-Infizierter bei Veranstaltungen erleichtern soll. Das Projekt "pass4all" des gleichnamigen Start-ups befinde sich in der abschließenden Testphase und soll ab dem 1. September kostenlos in den App-Stores zum Download verfügbar sein, sagte Kathleen Parma MDR SACHSEN. Parma, die Mitte April mit der Aktion "Leere Stühle" in Dresden und in anderen Städten auf die schwierige Situation von Veranstaltern und Gastronomen aufmerksam machte, hat die App gemeinsam mit drei weiteren Unternehmern entwickelt.

Keine Konkurrenz zu Corona-Warn-App

Die neue App soll keine Konkurrenz zur Corona-Warn-App der Bundesregierung sein oder diese ersetzen, betont Parma, sondern diese ergänzen. Die Gesundheitsämter könnten im Infektionsfall mithilfe der App leichter auf die Kontaktdaten zugreifen. Und Veranstalter müssten keine Listen mehr mit den Kontaktdaten der Besucher führen. "Personalisierte Eintrittskarten oder handgeschriebene Listen, deren Datenschutzkonformität oft fraglich ist, werden mit "pass4all" nicht mehr notwendig sein", hieß es dazu aus dem Unternehmen. Die Anonymität der Gäste bleibe gewahrt, eine Fälschungssicherung sorge für einen sicheren Check-in.

Wie funktioniert die App?

Wer eine Veranstaltung, etwa im Stadion oder einer Konzerthalle besuchen will, muss sich einmalig registrieren. Am Eingang checkt er aktiv mit dem Smartphone über einen QR-Code oder Bluetooth ein. Wo sich der Besucher aufhält, wird auf dem Smartphone gespeichert - bis hin zur Sitzplatznummer. Im Falle einer Infektion könne eine Kette so effektiv nachverfolgt werden. Der Infizierte muss dazu sein Corona-Testergebnis eingeben - dann wird das Gesundheitsamt informiert und die verschlüsselt hinterlegten Daten der Kontakte stehen dem Amt zur Nachverfolgung zur Verfügung.

Tourismusministerin: Praktikable Lösung

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch unterstützt die Dresdner Entwickler: "Praktikable Lösungen wie diese sind wichtig, um Kontakte im Infektionsfall schnell und sicher nachzuvollziehen und so größere Veranstaltungen wieder zu ermöglichen". Der Präsident der Deutschen Barkeeper Union, Ulf Neuhaus, sagte, nach wie vor leide die Gastronomie- und Veranstaltungsbranche unter den Hygieneauflagen zum Schutz der Gäste und Veranstaltungsteilnehmer von Großevents. Die App aus Dresden helfe, Schritt für Schritt wieder Normalität zu erlangen.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.08.2020 | 14:30 Uhr

42 Kommentare

Luzi vor 6 Wochen

Das ist interessant.Wir haben in den letzten Wochen mehrmals verschiedene Restaurants, Freibäder.. besucht.Nicht ein einziges Mal!! wurden wir nach der Adresse gefragt.Wir haben nirgendwo online Tickets gekauft oder reserviert.Alle Einrichtungen waren stets gut gefüllt.Und so lange das so läuft, kann man Apps entwickeln wie man möchte, es wird nicht funktionieren.

wo geht es hin vor 6 Wochen

Versuchen Sie doch mal, in irgendein Restaurant zu gehen, ohne Ihre Kontaktdaten in die meist öffentlich ausliegende (so viel zum Datenschutz) einzutragen oder den vorhandenen QR - Code einzuscannen. Welch Überraschung: Sie werden einfach nicht reingelassen oder bedient. Das nennt man dann wohl soziale Ausgrenzung oder ganz simpel einfach Erpressung.

Kalle0 vor 6 Wochen

Mein Tipp, wenn Sie mit Ihren Vermutungen (mehr ist es nicht) Recht haben: installieren Sie die App und verklagen Sie die Hersteller in Verbindung mit der DSGVO. Laut Ihren Ausführungen sollte das wunderbar funktionieren

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