Protest in Schwarz Friseure und Kosmetiker in Sachsen fordern Hilfen

Viele Handwerksbetriebe in Sachsen kämpfen mit den Folgen der Corona-Pandemie. Für manche geht es um die Existenz. Friseurinnen und Kosmetikerinnen haben in Dresden auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht.

Teilnehmerinnen einer Protestaktion der Friseur- und Kosmetikinnung Dresden halten auf den Elbwiesen Zettel mit Totenkreuzen und der Aufschrift "Kosmetik seit November 2020".
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Mit einem stillen Protest haben etwa 100 schwarz gekleidete Friseurinnen, Kosmetikerinnen und Kunden am Elbufer in Dresden auf die prekäre Lage durch die Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Viele hatten Frisierpuppen mit ans Elbufer gebracht, die - wie sie selbst - Mundschutz trugen.

Friseurinnung: Hilfe schnell auszahlen

Eine Teilnehmerin einer Protestaktion der Friseur- und Kosmetikinnung Dresden hält auf den Elbwiesen zwei männliche Frisierpuppen mit Mundschutz in den Händen.
Wann können Friseure wieder öffnen, fragen die Betroffenen. Bildrechte: dpa

Die Geschäftsführerin der Friseurinnung Dresden, Beatrice Kade-Günther, forderte, die versprochene Hilfe schnell an die Unternehmen auszuzahlen. Deren Liquidität leide. Sie sprach von einer "katastrophalen Situation". Nach ihren Angaben haben viele der über Wochen geschlossenen Betriebe bisher keine oder nur einen Bruchteil der zugesagten wirtschaftlichen Hilfsgelder bekommen. Zudem fehlten Perspektiven und Strategien für den weiteren Verlauf der Pandemie nach dem 14. Februar, bis zu dem der aktuelle Lockdown dauern soll.

Laut Kade-Günther sind einige Betriebe bereits in Existenznot, immer mehr Salons drohe die Filialschließung und Entlassung von Mitarbeitern. "Es gibt Unternehmer, die schon Hartz IV beantragen mussten." Corona gefährde auch die Ausbildung und verschärfe damit den Fachkräftemangel in der Branche. "Und der Lockdown befördert die Schwarzarbeit."

Am Freitag wollen die Betroffenen selbst gestaltete Trauerkarten zur Staatskanzlei schicken, kündigte Kade-Günther an, "für das beginnende Salonsterben". Im Freistaat gibt es aktuell nach Angaben des Sächsischen Handwerkstages knapp 4.000 Friseurbetriebe mit etwa 20.000 Beschäftigten und rund 2.600 Kosmetikbetriebe mit etwa 7.500 Beschäftigten.

Auch bundesweite Aktion geplant

Auch bundesweit sollen weitere Aktionen folgen, wie der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks sagte. So will der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks unter dem Motto "Licht an - bevor es ganz ausgeht" aufrufen, am 31. Januar bundesweit in ihren wegen Corona geschlossenen Läden 24 Stunden lang das Licht brennen zu lassen. Es gehe darum auf die schwierige Lage der Friseure hinzuweisen, deren Situation mittlerweile teilweise dramatisch sei.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.01.2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

Guter Schwabe vor 6 Wochen

@Zeitgeist: Bei diesem Kommentar zeigt sich Ihr Geist. Es wird nicht gejammert, es wird auf die Missstände der Bundesregierung aufmerksam gemacht, welche ALLES und VIELES an Hilfen Versprechen und dann nicht halten.
Das einzige was aus Berlin noch kommt ist die Verlängerung die Insolvenzanzeigepflicht auszusetzen bis Ende April, damit die noch weiter gehofft werden kann, um denn Pleite zu sein.

Critica vor 6 Wochen

Aus der Corona-Verordnung geht nicht hervor, dass Frau Günther nicht ihre Freundinnen besuchen dürfe, zum Kaffeetrinken, Plätzchenbacken oder zum Austausch von Strickmustern natürlich ;). Eine Person pro Haushalt ist gestattet.

Frank 1 vor 6 Wochen

@ Zeitgeist: Hohes Niveau ist relativ. Wäre es Ihnen möglich konkreter zu werden? Ihr Beitrag ist sinnfrei.

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