20.05.2020 | 18:26 Uhr Wieder Demo: Sachsens Reisebranche verlangt staatlichen Rettungsschirm

mitarbeiter von tusimusanbietern laufen durch die Dresdner Innenstadt. Sie tragen plakate, ziehen Koffer hinter sich her und pfeifen in Trillerpfeifen. Sie verlangen staatliche Hilfen für ihre Branche, die seit zwei monaen nciht mehr arbeiten darf.
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Unternehmer der Reisebranche haben am Mittwoch in Dresden erneut für eine bessere staatliche Hilfe in der Corona-Krise demonstriert. Rund 200 Reisebüro-Inhaber, Busunternehmer, Stadtführer und Reiseleiter aus dem Raum Dresden beteiligten sich an der Aktion. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens führten bei vielen Reiseunternehmen zu drastischen Umsatzeinbrüchen. "Jetzt geht es um den Erhalt der Reisewirtschaft, einen Rettungsschirm für die gesamte Touristik und nicht rückzahlbare Finanzhilfen für uns", hatte Organisatorin Birgit Büttner im Vorfeld verlangt. Die Branchenvertreter hatten bereits vorige Woche und im April in Dresden demonstriert.

Lockerungen in Aussicht: Eventuell wieder Busreisen ab 6. Juni

In Sachsen sollen mit der nächsten Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder Busreisen ermöglicht werden. Das sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums auf Anfrage von MDR SACHSEN. Voraussetzungen seien allerdings, dass die Infektionszahlen in Sachsen weiter niedrig blieben und das Kabinett zustimme. Zudem müssten Schutzauflagen erfüllt werden. Frühester Termin für eine Lockerung wäre der 6. Juni.

Ein Sprecher des Landesverbandes Sächsischer Omnibus- und Touristikunternehmen sagte MDR SACHSEN, die verschiedenen Verbände in der Reisebranche hätten bereits Hygienekonzepte erstellt. Der Virologe Alexander Kekulé erklärte, wenn die Passagiere Masken trügen und die Busse richtig belüftet würden, sei das Risiko beherrschbar.

Linke verlangt mehr Hilfen für Touristik-Unternehmen

Die Linke mahnte am Mittwoch eine bessere Unterstützung für kleine und mittelständische Touristik-Unternehmen an. Antje Feiks warf Ministerin Klepsch vor, zu wenig für die Unternehmen zu tun. In Sachsen gebe es "noch immer keine echten Zuschüsse, sondern lediglich Darlehen, die Probleme nur aufschieben", kritisierte Feiks.

In Sachsen müssen nicht Lufthansa und TUI gerettet werden, sondern kleine und mittelgroße Reiseveranstalter und Hotels.

Antje Feiks Die Linke

Zugleich erinnerte Feiks an den Stellenwert der Reisebranche in Sachsen. "Keine Imagekampagne nach dem Motto 'So geht sächsisch' wird uns retten, wenn im großen Stil Angebote wegbrechen", warnte die Politikerin. Es könne nicht sein, dass milliardenschwere Konzerne Steuergeld bekämen, während das Reisebüro um die Ecke pleite gehe.

Tourismusministerin Barbara Klepsch hatte unlängst vorgerechnet, dass die Reisebranche in Sachsen wegen der Corona- Beschränkungen jede Woche 140 Millionen Euro Verlust macht. Im März und April habe sich dieser auf rund 1,2 Milliarden Euro summiert.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.05.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

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