25.02.2020 | 10:05 Uhr Virusexperte Kekulé fordert mehr Tests auf Corona bei Grippekranken

Mann hält Mundschutz
Symbolbild: Erkrankte können mit einem solchen Mundschutz helfen, dass sich die Viren nicht ausbreiten. Bildrechte: imago images / photothek

Angesicht der Corona-Epedemie fordern Experten eine bessere Überwachung von Menschen mit Grippesymptomen. Der Virologe Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle sagte MDR SACHSEN, das Corona-Virus werde sich wahrscheinlich auch in Deutschland ausbreiten.

Kekulé verweist auf die Gefahren der Erkrankung. An einer Virusgrippe sterbe statistisch jeder 1.000. Infizierte, an Corona derzeit jeder 100. Erkrankte. Zudem verursache das Corona-Virus nicht nur bei Kindern und älteren Menschen schwere Verläufe, so wie üblicherweise die Grippe. Betroffen seien viele Menschen mittleren Alters.


Das Virus breite sich schnell aus. Kekulé hat angesichts dieser bisher bekannten Fakten zur neuen Erkrankung nach eigenen Angaben bereits vor zwei Wochen gefordert, alle Grippe-Kranken in Europa auch auf Corona zu testen. Das helfe, einen Ausbruch früh zu erkennen und durch Isolation der ersten Erkrankten eine Ausbreitung zu verhindern. Der Virologe geht davon aus, dass spätestens im Sommer die Aktivität von Corona-Viren abnehme. Ein wirksamer Impfstoff sei allerdings erst in anderthalb Jahren zu erwarten.

Elblandkliniken sehen sich gut gerüstet

Nachdem in Dresden und im Landkreis Meißen fünf Personen von den Behörden zu Hause isoliert wurden und unter Beobachtung stehen, mehren sich die Fragen, wie die Krankenhäuser in Sachsen auf mögliche Infektionen vorbereitet sind. Der Verwaltunsgdirektor der Elblandkliniken, Peter Zeidler, sagte, die drei Kliniken in Riesa, Meißen und Radebeul seien gut vorbereitet. "Wir haben einen Hygienearzt, der für alle drei Standorte zuständig ist. Wir können hier isolieren. Es gibt verschiedene Bereiche, die ähnlich wie Brandabschnitte abgteilt werden können", erklärte Zeidler. Ärzte und Pflegepersonal seien in der Lage, sich kurzfristig auf solch eine Situation einstellen zu können.

Die fünf Sachsen werden bisher nur sicherheitshalber überwacht, weil sie auf einem Kreuzfahrtschiff in Asien unterwegs waren. Eine Infektion wurde bei ihnen bisher nicht festgestellt.

Bisher fast 2.700 Tote in China

In Italien breitet sich das Corona-Virus unterdessen weiter aus. Die Behörden meldeten einen siebten Todesfall und fast 230 Infizierte. Italien hat elf Ortschaften abgeriegelt, Schulen und Universitäten in den betroffenen Regionen bleiben geschlossen. Viele Großveranstaltungen wurden abgesagt.

In China hat die Covid-19-Epidemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation ihren Höhepunkt überschritten. Dort starben bisher fast 2.700 Menschen. Auf der Suche nach Hilfe haben sich chinesische Behörden auch an Partnerstädte in Sachsen gewandt. Aus Zwickau sind erste Hilfslieferungen schon unterwegs.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.02.2020 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

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