08.04.2020 | 15:10 Uhr | Update Maskenpflicht wegen Coronavirus auf Dresdner Wochenmarkt

Die Wochenmärkte in Sachsen sind in Zeiten von Corona nach wie vor Problemzonen, weil sich dort immer noch viele Menschen nahekommen, manchmal zu nahe. In Dresden greift die Stadtverwaltung deshalb jetzt zu strengeren Maßnahmen. Besucher des beliebten Marktes an der Lingnerallee müssen Schutzmasken tragen. In anderen sächsischen Städten ist eine solche Maskenpflicht noch kein Thema.

Louis, Grundschüler aus Dresden, steht auf einem Wochenmarkt mit Mundschutz und Einweghandschuhen.
Ein Junge auf einem Dresdner Wochenmarkt trägt vorsorglich eine Schutzmaske Bildrechte: dpa

Nach der Lockerung des vorübergehenden Verbotes von Wochenmärkten in Sachsen sind mitunter noch immer zu viele Menschen auf engem Raum unterwegs. Als am vergangenen Freitag der Sachsenmarkt an der Lignerallee in Dresden wieder öffnete, drängten sich die meist älteren Menschen oft dicht aneinander, die vorgegebenen Abstandsregeln wurden nicht eingehalten. Die Stadt Dresden hat nun strengere Auflagen erlassen. Der Markt am Gründonnerstag soll komplett eingezäunt, die Verkaufsfläche erweitert werden. Die Zahl der Stände werde zudem auf 75 halbiert, hieß es. Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagte, gibt es nur noch einen Eingang an der Lennéstraße und drei Ausgänge.

Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor einer möglichen Ansteckung hat für uns höchste Priorität

Dirk Hilbert Oberbürgermeister

Vier Männer stellen Bauzäune an einer Wiese auf.
Am Donnerstag ist der Platz für die Verkaufsstände eingezäunt worden. Bildrechte: Tino Plunert

Betreten des Marktes nur mit Schutzmaske

Will jemand das Marktgelände betreten, muss er eine Corona-Schutzmaske tragen. Wer keine besitzt, bekommt von der Stadt Dresden eine gestellt. Das sei ein Geschenk an die Dresdner, so Hilbert. Die Verwaltung habe dafür eine Kooperation mit einem Unternehmen geschlossen. 5.000 Masken sollen für die Marktbesucher bereitliegen. Auch auf den kleineren Wochenmärkten würden die Schutzmaßmaßnahmen erhöht, teilte die Stadt mit.

Hinter einem Straßenschild mit den Aufschriften "Lingnerallee" und "Blüherstraße" steht ein Transporter, auf dem Bauzäune geladen sind.
Der Markt an der Lingnerallee in der Nähe des Deutschen Hygiene-Museum ist Dresdens größter Wochenmarkt. Bildrechte: Tino Plunert

Maskenpflicht in anderen Städten bislang kein Thema

Hinweis auf Abstandsregeln an einem Gemüsestand
Bildrechte: Jan Härtel

In anderen sächsischen Großstädten wie in Chemnitz ist eine Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt noch kein Thema, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung MDR SACHSEN sagte. Die Abstandsregeln würden dort vom Ordnungsamt kontrolliert und weitgehend eingehalten. Schilder sollen die Kunden zusätzlich daran erinnern, auf Distanz zu bleiben, damit es nicht zum typischen Marktgedränge kommt.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig hatte bereits erklärt, grundsätzlich halte sie Mundschutzmasken für ganz Deutschland für sinnvoll. "Es wird keine Regelung für Chemnitz geben, wenn dann in Deutschland oder Sachsen, und die werden wir dann umsetzen", betonte die Rathauschefin.

In Leipzig hat die Stadt strengere Regeln auf dem Wochenmarkt durchgesetzt. Es gibt weniger Stände und breitere Gänge - was offenbar funktioniert, wie ein Nutzer auf Twitter schreibt:

In kleineren Städten geht es ohnehin meist noch entspannter zu, wie die Stadt Zittau demonstriert:

Abstandsregeln bei Markt in Zwickau befolgt

Auch in Zwickau fand heute erstmals seit drei Wochen wieder einen Frischemarkt statt. Organisiert wurde er von der Veranstaltungsgesellschaft Kultour Z. Für ausreichend Abstand war gesorgt, wie der zuständige Geschäftsbereichsleiter Matthias Rose MDR SACHSEN sagte.

Wir haben den Vorteil in Zwickau, dass wir doch einen relativ großen Marktplatz haben. Und im Moment sieht es so aus, dass wir zwischen zehn und 15 Stände haben, so dass wir den Abstand so groß halten können, dass es aussieht, als wenn wir einzelne Geschäfte haben.

Matthias Rose Kultour Z

Kunden und Händler hielten die Abstandsregeln offenbar gut ein. Das ergab eine Kontrolle durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Behördenchef Rainer Kallweit sieht zum jetzigen Zeitpunkt daher keine Notwendigkeit für eine Maskenpflicht wie in Dresden. "Es ist zum einen die Frage, ob ausreichend Masken zur Verfügung stehen, wenn man eine Pflicht auferlegt, dann müssen auch ausreichend Masken verfügbar sein."

Ich schließe es nicht aus, dass wir zu einer solchen Regelung auch mal kommen, aber im Moment sehe ich es nicht.

Rainer Kallweit Ordnungsamt Zwickau

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.04.2020 | 08:30 Uhr in den Nachrichten aus der Region Dresden

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