29.05.2020 | 17:37 Uhr OB Hilbert: Sächsische Dampfschiffahrt in VVO eingliedern

Die Sächsische Dampfschiffahrt steht vor der Pleite. Das Unternehmen braucht dringend Geld, um die Löhne seiner Mitabeiter bezahlen zu können. Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert schlägt vor, die Flotte in den Verkehrsverbund Oberelbe aufzunehmen - ähnlich wie die Dampfeisenbahngesellschaft.

Dampfschiff an Anleger mit Transparent und Menschen mit Mund-Nasen-Schutzmasken
Mitarbeiter machten am Donnerstag auf ihre Situation aufmerksam Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat vorgeschlagen, die Sächsische Dampfschiffahrt in den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) einzugliedern. Wie Hilbert mitteilte, gehört auch die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mit ihren historischen Strecken mehrheitlich schon zum VVO. Den Betrieb finanziere der Freistaat. Ein ähnliches Modell sei auch für die Dampfschiffahrt denkbar, so Hilbert.

Der Freistaat müsse dann auch Investitionen in die Dampferflotte ermöglichen. "Es braucht dringend Schiffe, die auch bei Niedrigwasser einsetzbar sind und Umsätze generieren." Auch einen Linienverkehr im Sinne des öffentlichen Nahverkehrs auf der Elbe halte er für eine Option zum Erhalt der Dampfschifffahrt selbst.

Dirk Hilbert, Bürgermeisterkandidat Dresden
Bildrechte: Dirk Hilbert

Ich appelliere an alle Beteiligten, jetzt schnell über diesen Weg in vertiefte Gespräche einzutreten, damit die Zukunft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaltet werden kann.

Dirk Hilbert Oberbürgermeister der Stadt Dresden

120 Arbeitsplätze bei der "Weißen Flotte" in Gefahr

Die Geschäftsführung der Sächsischen Dampfschiffahrt sucht Möglichkeiten, um die finanzielle Lücke zu füllen und die Flotte samt der rund 120 Arbeitsplätze zu erhalten. Sie hatte am Donnerstag an den Freistaat appelliert, sich aktiv an einer langfristigen Lösung zu beteiligen. Parallel wird eine Sanierung in Eigenverwaltung vorbereitet.

Niedrigwasser und damit verbundene Umsatzrückgänge hatten das Traditions- und Tourismusunternehmen 2019 in die roten Zahlen rutschen lassen. Eine geändert Finanzierungsstruktur war Voraussetzung, dass weiter Geld von Banken und vom Freistaat fließt. Nach Ausbleiben der zweiten Tranche eines Darlehens Ende Mai droht nun auch wegen der Corona-Krise kurz vor Ende einer Restrukturierung die Insolvenz.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 28.05.2020 | 19:00 Uhr

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