Gerhard Güttel, der damalige Testpilot, sitzt im Cockpit des Passagierflugzeugs "152" am Flughafen.
60 Jahre später sitzt Gerhard Güttel, einer der damaligen Testpiloten, im restaurierten Cockpit des Passagierflugzeugs 152. Bildrechte: dpa

Der Düsenjet, der nie in Serie ging Die kurze Geschichte des DDR-Flugzeugs B152 aus Dresden

Vor 60 Jahren ist auf dem Flughafen Dresden die Baade 152 zu ihrem Jungfernflug gestartet. Es war das erste Düsenflugzeug, das in Deutschland nach dem Krieg gebaut wurde. Doch nur ein halbes Jahr später fand der Triumph der DDR-Luftfahrtindustrie ein jähes Ende.

Gerhard Güttel, der damalige Testpilot, sitzt im Cockpit des Passagierflugzeugs "152" am Flughafen.
60 Jahre später sitzt Gerhard Güttel, einer der damaligen Testpiloten, im restaurierten Cockpit des Passagierflugzeugs 152. Bildrechte: dpa

Sachsen hat heute eine erfolgreiche Flugzeugindustrie. Daran und an die Anfänge vor 60 Jahren mit der legendären B 152 wurde am 4. Dezember in einer Festveranstaltung auf dem Dresdner Flughafen erinnert. Zudem wurde über die Perspektiven der Luft- und Raumfahrtindustrie in Sachsen mit ihren etwa 160 Unternehmen debattiert. Bis zum Sonntag steht nun ein restaurierter Rumpf des ersten ostdeutschen Düsenjets im Dresdner Flughafengebäude bereit und Besucher können mit ihm auf Tuchfühlung gehen. Täglich um 16 Uhr starten die Jubiläumstouren, eine Reservierung ist erforderlich.

Testflug in den Tod

Mit dem Erstflug des Mittelstreckenflugzeugs B 152 feierte die DDR am 4. Dezember 1958 den Aufschwung ihrer Luftfahrtindustrie. Es handelte sich um die erste deutsche Maschine mit Düsenantrieb, die nach dem Krieg gebaut wurde. Konstruiert wurde sie unter der Leitung von Brunolf Baade in den Dresdner Flugzeugwerken. Das Flugzeug war für fünf bis sechs Mann Besatzung ausgelegt. Je nach Ausführung sollten 48 bis 73 Passagiere darin Platz finden. Bei einer Reichweite von etwa 2.000 Kilometern erreichte es eine Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometern pro Stunde.

Doch nur ein halbes Jahr später stürzte ein Prototyp der 152 bei Ottendorf-Okrilla ab. Dabei kam die gesamte vierköpfige Besatzung ums Leben. Die Ursachen des Unglücks wurden nie restlos aufgeklärt. Es folgten weitere Testflüge mit Prototypen. Allerdings markierte der tragische Absturz das Ende der DDR-Luftfahrtindustrie. 1961 wurde die Produktion eingestellt - auch weil sich kein Abnehmer für die Flieger fand.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.12.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.12.2018 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 10:42 Uhr

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1 Kommentar

05.12.2018 17:52 Sikorski 1

Kunden hätten sich bestimmt finden lassen, wenn das sozialistische Brudervolk
von der Wolga das genehmigt hätte.

Aber die wollten doch bloß ihre eigenen Kisten den anderen Brudervölkern im sozialistischen Ausland andrehen. So einfach ist das.

Wirtschaftsimperialismus auf sozialistische Art hält.

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