07.02.2020 | 22:16 Uhr Dresdner "Seifenopernball" mit Debüt auf Schlossplatz

Kunst- und Kulturschaffende aus Dresden haben Freitag den ersten Dresdner "Seifenopernball" gefeiert. Die Veranstalter kritisierten damit die Querelen rund um den diesjährigen Semperopernball, vor allem die Verleihung des St. Georgs Ordens an Ägyptens Machthaber al-Sisi.

Demonstrationszug "SeifenOpernBall"
Der Demonstrationszug des ersten Dresdner "Seifenopernballs" zieht durch die Neustadt. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Die erste Preisträgerin des Dresdner "Seifenopernordens" heißt Lena König. Sie wurde auf der Abschlusskundgebung des "Seifenopernballs" gekürt. In einer Seifenkiste wurde König um die Demonstrationsteilnehmer gefahren und durfte sich aussuchen, wofür sie überhaupt den Preis entgegennahm. Sie war vorher aus den Demoteilnehmern ausgelost worden.

Lena König - erste Preisträgerin in Seifenkiste.
Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Veranstalter kritisieren Ordensvergabe an Ägyptens Machthaber al-Sisi

Mit dieser Art von Spott kritisierten die "Seifenopernball"-Veranstalter vom Verein "Tolerave" und der Band "Banda Comunale" und auch "Amnesty International" die Verleihung des St. Georg Ordens an Ägyptens Machthaber Abdel Fattah al-Sisi im Rahmen des Semperopernballs. Die wurde jedoch schon im Vorfeld von Politikern, Prominenten und nicht zuletzt der Öffentlichkeit massiv kritisiert.

Alexander Bernstein, Mitorganisator Seifenopernball
Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

Es ist doch sehr kritikwürdig, wenn einem ägyptischen Diktator ein St. Georgs Orden verliehen werden soll.

Alexander Bernstein Mitorganisator des 1. Dresdner Seifenopernballs

Die "Seifenopernball"-Demonstration zog vom Alaunplatz, durch die Neustadt bis zum Schlossplatz, wo die Abschlusskundgebung samt Verleihung des "Seifenopernballordens" stattfand. Für musikalische Untermalung sorgte die in Dresden ansässige Band "Banda Comunale" - inzwischen auch bekannt als "Banda Internationale".

Amnesty International demonstriert auf Theaterplatz

Neben dem ersten Dresdner "Seifernopernball" demonstrierte auch "Amnesty International Dresden" in Sicht- und Hörreichweite der Semperoper. Mitglieder von Amnesty stellten sich mit Bannern auf den Theaterplatz und beklebten ihre Münder symbolisch mit Panzertape.

Quelle: MDR/kh/sw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.02.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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