Demo-Geschehen Mehr als 1.000 Dresdner demonstrieren für friedliches Miteinander und Vielfalt

Mehrere junge Frauen und Männer stehen auf dem Neumarkt Dresden. Sie halten Plakate mit Sprüchen gegen Rassismus und Rechtsradikalismus vor sich.
Bildrechte: Wolfram Nagel

Mehr als 1.000 Menschen haben am Sonntag in Dresden für Toleranz und Demokratie demonstriert. Verschiedene Vereine, Initiativen sowie die Parteien CDU und FDP hatten dazu aufgerufen, friedlich Präsenz zu zeigen und sich gegen den islamfeindlichen Verein Pegida zu stellen. Der wollte ursprünglich seinen 6. Jahrestag feiern, sagte die Veranstaltung aber ab, nachdem die Stadt eine Demonstration auf dem Neumarkt untersagte.

Polizeieinschätzung: "Lage bislang friedlich"

Polizei und Bundespolizei waren am Sonntag mit 321 Beamten zur Absicherung an vier verschiedenen Veranstaltungsorten im Einsatz. Am Sonntagnachmittag war die Lage friedlich und störungsfrei, sagte ein Polizeisprecher MDR SACHSEN. Die Polizisten achteten demnach auch darauf, dass die Versammlungsteilnehmer die strengen Hygienevorschriften beachteten. Verstöße dagegen seien nicht festgestellt worden, hieß es auf Nachfrage.

Proteste, Reden, Ravemusik

Ein bürgerliches Bündnis hatte zu einer Kundgebung auf dem Dresdner Altmarkt eingeladen. Nach Reporterangaben waren etwa 100 bis 150 Menschen anwesend, die auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert zuhörten.

Wir wollen die Plätze unserer Stadt nicht den Rechtspopulisten überlassen.

Dirk Hilbert Dresdner Oberbürgermeister (FDP)
Mehrere Menschen haben sich große blaue Europa-Flaggen um die Schultern gelegt. Sie stehen auf dem Altmarkt in Dresden und hören einem Mann zu, der weiter entfernt auf einer Tribüne eine Rede gegen Rechtsextremismus hält.
Demos mit strengen Hygieneauflagen am sonntag in Dresden. Bildrechte: Wolfram Nagel

Auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche waren rund 300 bis 400 Menschen dem Kundgebungs-Aufruf des Bündnisses "Herz statt Hetze" gefolgt. Zuvor waren knapp 100 Menschen zu einem Friedensgebet in der Frauenkirche zusammengekommen. Daran nahmen auch Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz, der katholische Dompfarrer Norbert Büchner und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden, Michael Hurshell, teil.

Auf der Cockerwiese versammelten sich nach Reporterangaben am Sonntag bis zu 1.000 Menschen in der Nachmittagssonne, hörten Rave-Musik und Redebeiträge von Dresdner Kulturschaffenden, dem Tolerave e.V. und der TU Dresden.

Quelle: MDR/kk/wn/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.010.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Ein Junge in Nachtwächter-Unifiorm 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der achtjährige Michael Lindner gehört zum Nachtwächter-Nachwuchs in Zwönitz. Der MDR-SACHSENSPIEGEL war zum Auftakt der Weihnachtstour in der Bergstadt.

So 29.11.2020 10:17Uhr 00:23 min

https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/annaberg-aue-schwarzenberg/video-nachwaechter-nachwuchs-zwoenitz100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video