Freude im Advent? Dresden denkt bei 30 Grad über Weihnachtsmarkt-Konzepte nach

Temperaturen über 30 Grad - das sind die richtigen Temperaturen, um über Weihnachtsmärkte zu reden! Wobei das gar nicht so abwegig ist - schließlich müssen diese Märkte ja auch vorbereitet werden. Dass es trotz Corona Weihnachtsmärkte geben soll, ist für ganz Sachsen das erklärte Ziel. Über die Konzepte wird allerdings noch nachgedacht. Derzeit wird diskutiert, die Weihnachtsmärkte eher beginnen zu lassen. MDR SACHSEN-Reporter Karsten Wolf verfolgt die Diskussion in Dresden.

Weihnachtsmarkt Stallhof Dresden
Im Stallhof geht es in der Weihnachtszeit mittelalterlich zu. Bildrechte: MDR/Tobias Koch

Karsten Wolf - Dresden gehört ja mit seinen vielen verschiedenen Weihnachtsmärkten zu einer der attraktivsten Reiseziele im Advent. Wer plant derzeit was?

Händler, Gastronomen, Hoteliers und Schausteller - die haben das Anliegen verlängerter Weihnachtsmärkte über ihre Verbände und Vereine an CDU und FDP herangetragen. Vor der Sommerpause des Stadtrats gab es da erste Gespräche. Jetzt hat die FDP medial nachgelegt: sie schlägt vor, den Striezelmarkt und die anderen Weihnachtsmärkte in Dresden am 19. November beginnen zu lassen. Das ist der Donnerstag vor dem Totensonntag. Wobei die Märkte am Totensonntag selbst dann geschlossen bleiben sollen. Und einige Weihnachtsmärkte mit Schwerpunkt Gastronomie - die sollen auch bis ins neue Jahr hinein, bis zum 3. Januar, öffnen dürfen.

Der Eingang des Striezelmarktes in Dresden.
Wann werden sich die Tore zum Striezelmarkt öffnen? Das wird derzeit heiß diskutiert. Bildrechte: imago/imagebroker

Welche Vorteile gäbe es?

Die meisten beteiligten Firmen und Unternehmen hätten vielleicht die Möglichkeit, ein bisschen länger Geld zu verdienen. Es sagen zwar alle, dass sie corona-bedingte Verluste nicht aufholen können. Ein wenig könnten die verlängerten Weihnachtsmärkte aber vielleicht doch helfen. Ein weiterer Vorteil soll sein, dass man die Weihnachtsmärkte nicht nur räumlich "entzerrt", wie es so schön heißt. Also größere Flächen nutzt, damit sich die Besucher verteilen. Sondern dass man eher anfängt und sich Besucher so auf einen längeren Zeitraum verteilen.

Wie sind die Meinungen zu dem Thema? Wie wahrscheinlich ist, dass im September tatsächlich entschieden wird, ja, wir fangen in diesem Jahr eher an ?

Die Situation ist unübersichtlich. SPD und Linke haben gesagt, mit uns nicht. Mit den Grünen sei man im Gespräch, heißt es von der FDP. In der CDU werden einige Stadträte zögern, weil sie rund um den stillen Feiertag, den Totensonntag, keinen übermäßigen Trubel wollen. Mal schauen, was AfD und Freie Wähler machen. Und ansonsten ist es so, dass die FDP hier ohne den FDP-Oberbürgermeister Dirk Hilbert agiert. Weil der schon gesagt hat, dass er einen früheren Beginn des Striezelmarktes ablehnt.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.08.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

2 Kommentare

sorglos vor 10 Wochen

Warum soll es keine Weihnachtsmärkte geben? Die Demos in Berlin (Bootsdemo. BLM, 1.8.2020) haben trotz vieler Menschen KEINE höheren Infektionszahlen gebracht. Und eine steigende Zahl an PCR Tests - die bis dato keine neuen Kranken hervorgebracht haben - bringt eben auch mehr "Infizierte". Es wird im November/Dezember die jährliche Influenza kommen - wir haben trotzdem jedes Jahr Weihnachtsmärkte gehabt. Mit etwas weniger Hysterie kommen wir gut in und über die Adventszeit und jene Menschen, die auf das Geschäft angewiesen sind, haben eine Chance!

THOMAS H vor 10 Wochen

Wenn ich daran denke, das ab Anfang September die, selbst von der Kirche akzeptierte, "Vorweihnachtliche Freude" in den Regalen liegen wird und mir die "Weihnachtsfreude", wie schon seit vielen Jahren genommen wird, läuft es mir im Hochsommer eiskalt den Rücken runter, wobei ich mich auch frage: Denken die Weihnachtsmärktemacher auch daran, das viele Menschen in diesem Jahr gar nicht das Geld haben werden (Kurzarbeit [eventuelle Steuernachzahlungen], Arbeitslosigkeit, Kostensteigerungen [bei Lebensmitteln, Pflegehilfsmitteln u. a.],
Pflegekosten allgemein usw) die Weihnachtsmärkte zu besuchen?
Meine Meinung ist, es wird am Ende nicht ein einziger Weihnachtsmarkt die Händlerkosten decken.

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