Luftbild Bombe
Ein Luftbild der Polizei zeigt, wie die Weltkriegsbombe zum Teil explodiert. Rings um die Bombe wurden Sandsäcke und Papierstapel als Dämmschicht aufgeschichtet. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

Tag drei wird zur Geduldsprobe Neue Glutnester verzögern Bombenentschärfung in Dresden

Die Weltkriegsbombe in Dresden konnte noch nicht unschädlich gemacht werden. Beim zweiten Entschärfungsversuch fing Dämmmaterial Feuer. Das war zwischenzeitlich schon gelöscht, aber Glutnester entflammten sich wieder. Spezialisten müssen sich nach dem Löschen einen Überblick verschaffen. Für Anwohner wird Tag drei in ihren Notquartieren zur Geduldsprobe.

Luftbild Bombe
Ein Luftbild der Polizei zeigt, wie die Weltkriegsbombe zum Teil explodiert. Rings um die Bombe wurden Sandsäcke und Papierstapel als Dämmschicht aufgeschichtet. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

Wann Entwarnung zur Weltkriegsbombe in Dresden gegeben werden kann, ist auch am dritten Tag noch völlig unklar. Bei einem zweiten Anlauf in der Nacht war die Bombe zum Teil explodiert. Danach brannte stundenlang Dämmmaterial rings um den Fundort. Mit einem Löschroboter wurde versucht, den Brand einzudämmen. Mittlerweile hat ein Panzerbagger die Bombe teilweise vom Brandschutt freigeräumt. Dabei sind nach Angaben der Polizei aber wieder Glutnester aufgeflammt. Die müssen erst gelöscht werden, bis die Sprengstoffexperten das weitere Vorgehen festlegen können. Derweil müssen mehr als 9.000 Bewohner, die am Dienstag ihre Wohnungen verlassen mussten, mit einer dritten Nacht in Notquartieren rechnen.

Die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Polizei auf Twitter

Aktuell unklar ist, wie viel Sprengstoff sich noch in der Weltkriegsbombe befindet. Weil weitere Detonationen nicht auszuschließen sind, bleibt der Sperrbereich weiter erhalten. Die Polizei strebt jedoch ein Ende der Entschärfungsaktion noch am heutigen Donnerstag an, "denn die Grenze des Zumutbaren für die Menschen ist langsam ausgereizt", sagte ein Polizeisprecher.

In den sozialen Netzwerken berichteten Anwohner in der Nacht von einem lauten Knall und einer großen Rauchwolke über dem Sperrbezirk. Brandgeruch lag über der Stadt. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand, der Sachschaden soll sich am Bombenfundort auch in Grenzen halten. Gerüchten und Ängsten zu etwaigen Einbrüchen oder Plünderungen beugte die Polizei vor. Sprecher Thomas Geithner sagte: "Da die Leute nicht in den Sperrbezirk reinkommen, kommen auch keine Plünderer rein."

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Erster Entschärfungsversuch scheitert

Die Entschärfung hat sich bereits am Mittwochvormittag als schwierig erwiesen. Ein erster Versuch musste gegen Mittag abgebrochen werden. Experten schätzten die Detonationsgefahr höher ein als zunächst erwartet. Daraufhin wurde Dämmmaterial zur Bombe gebracht. Mit Betonsteinen, großen Sandsäcken und gepresster Pappe errichteten die Einsatzkräfte einen Schutzwall um den Blindgänger, um die Druckwelle im Fall einer Detonation abzumildern. Auch der Sperrbezirk wurde nach Norden hin noch einmal erweitert.

Weitere Nacht in der Notunterkunft

Mehr als 9.000 Anwohner mussten aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen. Viele von ihnen haben bereits die zweite Nacht bei Bekannten oder in Notunterkünften in zwei Hallen auf der Dresdner Messe verbracht. Möglicherweise steht ihnen eine dritte Nacht bevor. Unter ihnen sind auch viele ältere Menschen aus Pflegeheimen und einer geriatrischen Klinik im Sperrbezirk. Sie werden medizinisch und psychologisch betreut, da bei vielen die Erinnerungen aus dem Zweiten Weltkrieg wieder sehr präsent sind, sagte der Krisenmanager des Deutschen Roten Kreuzes, René Strietzel.

Auch die Hilfsbereitschaft der Dresdner ist groß: Privatpersonen boten bei Twitter unter dem Hashtag #SchlafplatzDD Übernachtungsmöglichkeiten in ihren Wohnungen an.

Bombenfund legt Verkehr lahm

Die Bombe war am Dienstag bei Bauarbeiten entdeckt worden, kurz darauf wurde ein Sperrbereich eingerichtet. Seitdem waren rund 1.000 Polizisten und 500 Rettungskräfte im Einsatz. Die Maßnahmen hatten zeitweise auch den Zug- und Nahverkehr betroffen. Stundenlang war zudem der Flughafen Dresden geschlossen worden. Der Flughafen ist auch am donnerstag bis 18 uhr für starts und Landungen gesperrt worden.

Quelle: MDR/kk/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.05.2018 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 23.05.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2018, 16:27 Uhr