01.07.2020 | 05:15 Uhr Grünes Gewölbe: Veraltete Überwachungstechnik schon 2018 festgestellt

Eine dunkle Gestalt hat eine Taschenlampe in der Hand, funzelt damit in einem Museumsraum herum und hackt dann mit einer Axt auf die Glasvitrine ein.
Auf den Überwachungsbildern sind nur wenige Details des Einbruchs zu erkennen. Bildrechte: Polizei Dresden/Screenshot

Der Austausch veralteter Überwachungskameras im Historischen Grünen Gewölbe in Dresden ist schon Ende 2018 beschlossen worden - und damit fast ein Jahr vor dem Einbruch im November 2019. Das hat der Geschäftsführer des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB), Volker Kylau, im Interview mit MDR SACHSEN eingeräumt. Kylau sagte, der Austausch sei erst anderthalb Jahre später geplant gewesen, weil man solche Kameras "nicht von der Stange" kaufen könne und die Planungen durch eine Sicherheitsfirma sehr zeitaufwendig gewesen wären.

Damit beschreibt Kylau den Zeitablauf anders als das Sächsische Ministerium für Kultur und Tourismus. Das hatte im Januar auf Anfrage der Linksfraktion im Landtag erklärt, bei einer Überprüfung im ersten Halbjahr 2019 sei die Kameraüberwachung "als zu optimierende Komponente identifiziert" worden.

Nachbesserungen bei Fassade und Vitrinen geplant

Kylau kündigte auch Veränderungen an der Fassade des Residenzschlosses und Nachbesserungen beim Vitrinen-Glas an.

Ich denke nicht, dass wir auf dem Standard weitermachen können. Und wir werden auch an der Fassade etwas machen. Das wird man im zweiten Halbjahr sehen, gegen Ende des Jahres. Wir werden nochmal ein Gerüst aufstellen und da bestimmte Dinge machen.

Volker Kylau Geschäftsführer des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB)

Kylau schloss aus, dass die Sicherheitsanlage im Außenbereich des Schlosses am Tatmorgen wegen des Stromausfalls keinen Alarm auslöste. "Wir können für uns sagen, die Anlage war frisch gewartet. Sie war in einem funktionsfähigen Zustand und es lag zu allen Zeiten Spannung an." Kylau betonte, es habe eine direkte Leitung zur Polizei im Sicherheitsraum gegeben. Warum das Wachpersonal diese nicht genutzt habe, wisse er nicht.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR "Exakt - Die Story: Jahrhundertdiebstahl in Dresden" | 01.07.2020 | 20:45 Uhr

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