21.01.2020 | 17:20 Uhr Grünes Gewölbe Dresden: Einbrecher kamen Ü-Kameratausch zuvor

Eine Überwachungskamera an der Außenfassade des Dresdner Residenzschlosses
Bildrechte: xcitepress

Im Historischen Grünen Gewölbe war schon vor dem Einbruch im vergangenen November ein Austausch der Überwachungskameras geplant. Das teilte das Sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium auf Anfrage der Linksfraktion im Landtag mit. Demnach war bei einer Überprüfung im ersten Halbjahr 2019 die Kameraüberwachung "als zu optimierende Komponente identifiziert" worden. Der Plan sah vor, die Technik in diesem Frühjahr auszutauschen. Doch die Einbrecher waren schneller. Deshalb haben die Kameraaufnahmen unter anderem eine geringere Bildqualität, als heutzutage technisch möglich ist. Dieser Umstand hatte nach dem Einbruch Kritik ausgelöst.

Sicherheit geht vor Information

Eine dunkle Gestalt hat eine Taschenlampe in der Hand, funzelt damit in einem Museumsraum herum und hackt dann mit einer Axt auf die Glasvitrine ein.
Auf den Überwachungsbildern sind nur wenige Details des Einbruchs zu erkennen. Bildrechte: Polizei Dresden/Screenshot

Fraktionschef Rico Gebhardt hatte den Juwelendiebstahl am 25. November 2019 zum Anlass genommen, nach dem Sicherheitskonzept und dem Stand der Technik im Vergleich zu den aktuellen Möglichkeiten zu fragen. Das Ministerium ließ in seiner Antwort viele Punkte aus. Die Begründung: Eine Veröffentlichung würde dem Schutz der Einrichtungen entgegenlaufen. Um möglichen Nachahmern des Einbruchs nicht in die Hände zu spielen, seien solche Informationen streng vertraulich und nicht einmal sämtlichen Mitgliedern der Staatsregierung und ihren engsten Mitarbeitern bekannt.

Ein Konzept für alle

Das im Grünen Gewölbe angewendete Sicherheitskonzept gilt im Übrigen für alle Einrichtungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das bedeutet auch, sollte seine Überprüfung Nachbesserungsbedarf ergeben, wäre davon mehr als nur ein Museum betroffen. Die alten Überwachungskameras im Grünen Gewölbe werden auf jeden Fall schneller als ursprünglich geplant durch bessere Modelle ersetzt.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.01.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 17:20 Uhr

7 Kommentare

oller Kerl vor 3 Wochen

Bei Menschen ist das Kopfschütteln @Freigeist eine wesentlich langsamere Bewegung. In einigen Regionen, wie Bulgarien, Nordgriechenland, Indien oder Sri Lanka, wird dagegen leichtes Kopfschütteln als Zustimmung verstanden. In Indien werden zwei Arten des Kopfschüttelns unterschieden: die international bekannte Schüttelbewegung um die Längsachse und eine Bewegung um die nach vorne ausgerichtete horizontale Achse (Kopfwackeln).

tban vor 3 Wochen

Früher in der DDR wurde auch niemand zur Verantwortung gezogen und alles vertuscht. Die Genossen haben sich gegenseitig kein Auge ausgehackt.
Heute sind es die Politiker sämtlicher Regierungsparteien, die genauso handeln.
Mal sehen, wann die Blase platzt.

Redpill vor 3 Wochen

Lieber MDR,

ich weiße darauf hin, dass es Berichte gab, in denen die Verantwortlichen des Museums und die des Sicherheitskonzepts beteuert haben, dass es keine Sicherheitslücken gäbe und das Sicherheitskonzept ohne Mängel sei.
Kann es sein, dass diese Leute gelogen haben, um ihre eigene Haut zu retten?
Wieso gibt es bis heute keine Verantwortlichen an diesem Versagen?
Wieso ist bisher noch niemand zurückgetreten?
Lieber MRD, ich würde mir wünschen, sie würden mal kritischer berichten, aber entweder wollen oder können sie nicht!?!?

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