Absperrband vor einer Moschee.
Kurz nach dem Anschlag sind die Spuren an dem Gebäude deutlich zu sehen. Bildrechte: MDR/Dan Hirschfeld

Landgericht Dresden Verteidiger von Moschee-Bomber sieht keinen Mordversuch

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden neigt sich der Prozess dem Ende zu. Am Freitag hielt der Verteidiger des Angeklagten sein Plädoyer. Eine Tötungsabsicht seines Mandanten kann er nicht erkennen.

Absperrband vor einer Moschee.
Kurz nach dem Anschlag sind die Spuren an dem Gebäude deutlich zu sehen. Bildrechte: MDR/Dan Hirschfeld

Im Prozess um den Anschlag auf eine Moschee in Dresden im Herbst 2016 hat am Freitag die Verteidigung ihr Plädoyer gehalten. Sie plädiert auf viereinhalb Jahre Haft wegen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer Brandstiftung. Der Vorwurf des versuchten Mordes sei hingegen nicht haltbar, ein Tötungsvorsatz nicht zweifelsfrei erwiesen, sagte Rechtsanwalt Jörg Elbs im Landgericht. Sein Mandant sei davon ausgegangen, dass das Moscheegebäude leer sei. Er habe nicht gewollt, dass jemand zu Schaden komme. Elbs kritisierte Ermittlungspannen und sprach von Beweis-Manipulation. Die Kammer müsse angesichts dieses "rechtsstaatlichen Versagens" vom Zweifelsgrundsatz ausgehen, sagte er.

Ausländer- und Islamfeindlichkeit als Motiv

Der angeklagte Monteur hatte vor Gericht eingeräumt, am 26. September 2016 Spreng- und Brandsätze an der Fatih Camii Moschee und am Kongresszentrum gezündet zu haben. Die Generalstaatsanwaltschaft geht von Ausländer- und Islamfeindlichkeit als Motiv aus und fordert zehn Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe.

Die Anschläge hatten kurz vor der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Familie des Imam kam mit dem Schrecken davon. Sie hat die Stadt mittlerweile verlassen. Der Imam, seine Frau und seine beiden Kinder würden das Geschehene nie vergessen können, sagte eine der beiden Nebenklage-Vertreterinnen. Es sei ein Anschlag auf Muslime und die parlamentarische Demokratie gewesen, der Angeklagte sei fremdenfeindlich und ein Rechtsextremer. Der 31-Jährige hat am 24. August das letzte Wort, das Urteil soll dann am 31. August verkündet werden.

Quelle: MDR/sth/dpa/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN Das Sachsenradio | 17.08.2018 | 15 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 18:30 Uhr

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