24.01.2020 | 06:06 Uhr 16.000 Dresdner und Auswärtige bestaunen neue Tram

Menschen vor dem Modell der neuen Straßenbahn
Neues Gesicht in Dresden: die nächste Generation der Straßenbahnen rollt demnächst an Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

16.000 Interessenten haben sich das Modell der neuen Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe im Verkehrsmuseum angesehen. Noch bevor die Fertigung des ersten Wagens bei Bombardier Görlitz und Bautzen beginnt, sollten sich die Bürger ein Bild machen können und ihre Meinung äußern, Die DVB teilten mit, die meisten Besucher wären zufrieden mit der neuen Bahn, vor allem die Geräumigkeit der Wagen sei gelobt worden. Sogar von außerhalb waren Bahninteressierte und Nahverkehrsexperten nach Dresden gekommen, um das Modell er neuen Stadtbahn zu begutachten.

Aber es gab auch Kritik: Die Form und die Neigung der Sitze wurden skeptisch gesehen. Auch wünschen sich die Fahrgäste deutlich mehr Haltewunschtaster und die Trittstufen sollten deutlicher gekennzeichnet werden. Straßenbahnfahrer äußerten sich unter anderem zum Fahrersitz und zur Anordnung der Bedienelemente. Einige Änderungen sollen berücksichtigt werden, bei anderen Vorschlägen seien Kompromisse nötig.

Ab 2022 im Liniendienst

Der erste Trambahnwagen der neuen Generation soll im Sommer des nächsten Jahres nach Dresden geliefert werden und ab 2022 in den Liniendienst gehen. Zuerst sollen die Züge auf der Linie 2 fahren, später auch mehr Platz für Fahrgäste auf den Linien 3 und 1 schaffen. Davor muss die Landeshaupstadt Dresden aber noch Straßen sanieren, damit die Verkehrsbetriebe die Gleise fit für die neuen und etwas breiteren Stadtbahnen machen können. Für den Einsatz der Neuwagen auf der mit täglich fast 50.000 Passagieren nachfragestärksten Linie 7 müssen die DVB beispielsweise noch auf den Ausbau der Königsbrücker Straße sowie von Teilen der Kesselsdorfer und Königsbrücker Landstraße warten.

Wer sich für die neuen Bahnen interesssiert, kann das Modell künftig im Straßenbahnmuseum in Trachenberge bewundern. Geöffnet ist das Museum wieder am 4. und 5. April.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.01.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 06:01 Uhr

16 Kommentare

Grosser Klaus vor 3 Wochen

Für mich ist eine Straßenbahn modern, wenn diese mit den örtlichen Gegebenheiten zurechtkommt, die Straßenbahn alltagstauglich ist und die Bedürfnisse von Fahrgästen und Fahrern beachtet werden,
Prag hat moderne Straßenbahnen, Dresden nicht.

Niemand vor 3 Wochen

Gut, dann können Sie ja erst beurteilen, ob die neuen Straßenbahnen modern sind, wenn diese im Betrieb sind. Laut ihren Kriterien müssen Sie sich da ja aktuell zurückhalten.

Felix vor 3 Wochen

Fortsetzung: ... da nicht alle Strecken auf die neue Breite umgebaut werden können und vor allem die meisten Strecken noch gar nicht komplett umgebaut sind, können die neuen Bahnen nur auf sehr wenigen Strecken fahren. Sollte mal eine Strecke wegen Unfall o.a. gesperrt sein, können die Bahnen keine Umleitung fahren, weil einfach zu breit ... übersieht das ein Fahrer, dann wird es noch schlimmer. Dafür wurden zig Millionen ausgegeben, damit am Ende quasi nur Nachteile stehen: Straßen wurden verschandelt (ungünstigerer Straßenraum/Aufteilung, fehlende Parkplätze, weniger Platz für Fahrradfahrer, ...), Schulden/Fahrpreiserhöhungen, Chaos und weniger Flexibilität bzgl. Umleitungsstrecken, höhere Unfallgefahr für Straßenbahnnutzer (Innenraum) (und Fußgänger - durch die überhängenden Bahnen Richtung Fußweg/Bahnsteig). Dieser Schwachsinn hätte vor Jahren gestoppt werden müssen - jetzt ist es leider zu spät.

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