Weihnachtsmärkte Beschluss im Stadtrat: Striezelmarkt in Dresden öffnet eher

Die Eröffnung des 584. Striezelmarkt Dresden
Der Striezelmarkt am Eröffnungstag im vergangenen Jahr. Bildrechte: xcitePRESS

Drei Tage eher weihnachtliches Treiben: Der Dresdner Striezelmarkt und die anderen Weihnachtsmärkte der Stadt öffnen in diesem Jahr bereits am 23. November, einen Tag nach dem Totensonntag. So hat es der Stadtrat am Donnerstag beschlossen.

Eine Öffnung vor dem Totensonntag fand keine Mehrheit. Dies hatte die FDP vorgeschlagen, um mit dem früher beginnenden Weihnachtsmarktgeschäft Dresdens Gastronomie und Hotellerie zu stärken. Deren Verluste seien wegen der Corona-Krise enorm.

Striezelmarkt schließt Heiligabend

Beschlossen wurde in der Kompromissvariante auch, die thematischen Weihnachtsmärkte in Dresden bis zum 3. Januar offen zu halten. Der Striezelmarkt schließt jedoch wie gewohnt am 24. Dezember. Wie man eine Entzerrung des Striezelmarktes und damit eine Anpassung an Corona-Bedingungen hinbekommen will, ist bisher nicht bekannt.

Tourismusverband kritisiert Entscheidung

Johannes Lohmeyer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden, kritisiert die Entscheidung, dass der Striezelmarkt nicht bereits vor dem Totensonntag geöffnet wird. Der Entschluss sei ein Schlag ins Gesicht von 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tourismusbranche.

Der Stadtrat hätte hier die Möglichkeit gehabt, einer gebeutelten Branche und ihren Arbeitnehmern ein wenig Empathie und Solidarität entgegenzubringen und hat ihr stattdessen einmal mehr vors Schienbein getreten.

Johannes Lohmeyer Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden

Durch das zusätzliche Weihnachtsmarkt-Wochenende hätte man die starken Umsatzeinbrüche teilweise ausgleichen können, so Lohmeyer. Da der Weihnachtsmarkttourismus hauptsächlich an den Wochenenden stattfindet, sei die nun beschlossene dreitägige Verlängerung weitgehend nutzlos.

Quelle: MDR/ma/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.09.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

1 Kommentar

THOMAS H vor 7 Wochen

Da der Totensonntag vom Gesetzgeber als sogenannter "stiller Feiertag" bezeichnet wird und sogar Einschränkungen in Bezug Veranstaltungen bestehen, sollte es auch der Vorsitzende des Tourismusverbandes Dresden akzeptieren, das auch in diesem "besonderen Jahr" die gedenkende Stille an die Verstorbenen eingehalten wird.
Es ist schon unwürdig genug, daß die Kirche es zulässt, das seit dieser Woche die "vorweihnachtliche Freude (Stollen u. a.)" in den Verkaufsregalen liegt und somit m. M. der Sinn des Kirchenjahres (Vorweihnachtliches vor Erntedankfest) in Frage gestellt wird.

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