28.11.2019 | 19:49 Uhr | Update Halbe Million Euro Belohnung für Hinweise auf Juwelendiebe im Grünen Gewölbe

Bewegen Sie den Pfeil: Sie sehen die Vitrine komplett - und ohne die gestohlenen Schmuckstücke

Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden vor dem Einbruch mit allen Schmuckstücken
Bildrechte: SKD und MDR SACHSEN
Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden vor dem Einbruch mit allen Schmuckstücken
Bildrechte: SKD und MDR SACHSEN
Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden. Die gestohlenen Schmuckstücke sind ausgegraut
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Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden haben insgesamt eine halbe Million Euro Belohnung ausgelobt für Hinweise auf die Täter. Die Belohnung gilt für Privatpersonen, nicht für Menschen, die beruflich strafbare Handlungen verfolgen, erklärte die Polizei dazu.

Wir werden nichts unversucht lassen, diesen Fall zu lösen.

Horst Kretzschmar Landespolizeipräsident Sachsen

Mehr als 340 Tipps - aber keine heiße Spur

Die Sonderkommission "Epaulette" wurde um 20 weitere Mitarbeiter auf nunmehr 40 aufgestockt. Zudem hat die Abteilung Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden die weiteren Ermittlungen übernommen, teilte die Polizei mit. Mittlerweile arbeiten drei Staatsanwälte schwerpunktmäßig an dem Fall. Aus der Bevölkerung seien 342 Tipps eingegangen. Die Ermittler werten auch 49 Bilder und Videos aus, die seit dem Fahndungsaufruf eingegangen seien. Aber: "Der entscheidende Hinweis liegt nicht auf dem Tisch", sagte ein Polizeisprecher.

Reparaturen im Juwelenzimmer

Unterdessen stehen die kriminaltechnischen Untersuchungen im historischen Teil des Museums kurz vor dem Abschluss. "Es ist geplant, die Räume im Laufe des Freitagvormittags freizugeben", sagte ein Polizeisprecher. Danach wollen die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) die Zerstörungen, die die Einbrecher verursacht, reparieren lassen. Das könnte bis mindestens nächsten Dienstagabend dauern, stellte ein Sprecher der Sammlungen in Aussicht. Wann die barocke Schatzkammer wieder für Besucher öffnet, soll kommende Woche entschieden werden.

Am frühen Montagmorgen waren Unbekannte durch ein Fenster in das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss Dresden eingebrochen. Innerhalb weniger Minuten stahlen sie aus einer Vitrine im Juwelenzimmer elf komplette und etwa ein Dutzend Teile kostbarer Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten. Der Wert der gestohlenen Schmuckobjekte gilt als unschätzbar. Die Täter flohen mit einem Auto, das sie später in einer Tiefgarage in Dresden-Mickten anzündeten. Die Ermittler gehen von vier Tätern aus, die am Einbruch beteiligt waren. Die Staatsanwaltschaft Dresden vermutet eine Bande im Hintergrund.

Bildergalerie Diese Kostbarkeiten verschwanden aus der Vitrine im Grünen Gewölbe

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben nun mitgeteilt, welche Schmuckstücke am Montagmorgen gestohlen worden. Für die Schäden haftet der Freistaat, eine eigene Versicherung gibt es nicht.

Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur
Die Diamantrosengarnitur Überblick über alle Teile der Diamantrosengarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Degen (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Degen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Karpinski
Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens: Er trägt 225 größere und kleinere Diamanten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Hutagraffe: Der Diamant in der Schleife oben hat 24,98 Karat. Der Mittelstein unten in der Rosette zeichnet sich durch 16,5 Karat aus. Die Hutkrempe besteht aus 13 großen und 103 kleineren Diamanten, aus Silber und Gold. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Große Diamantrose (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Große Diamantrose Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Achselschleife (Epaulette) - Teilstück vorhanden: Das Schmuckstück trägt 20 große und 216 kleine Diamanten, besteht aus Gold und Silber. Die größte Diamantrose in der Mitte der Doppelschleife hat 31,5 Karat. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur 10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur (einzelne erhalten) Bildrechte: Jörg Schöner
Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Überblick über die Brillantgarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz Bildrechte: Jürgen Karpinski
Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinksi
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese große Brustschleife gehörte Königin Amalie Auguste. Der Schmuck stammt aus dem Jahr 1782 und trägt 51 große und 611 kleine Brillanten. Die Steine werden von Gold- und Silbereinfassungen gehalten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Aigrette für das Haar in Form einer Sonne Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
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Quelle: MDR/kk/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.11.2019 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2019, 19:49 Uhr

23 Kommentare

Dynamo vor 1 Wochen

26.11.2019: Interview von MDR-Kulturredakteur Andreas Berger mit dem Museumsdirektor Grünes Gewölbe, Herrn Dirk Syndram: Herr Syndram: "Das Telefon klingelte 5.27 Uhr bei mir. Ich dachte, es ist nur ein Einbruchsversuch gewesen und legte mich wieder hin. Eine halbe Stunde später dann ein Anruf vom Chef der Bewachungsfirma, dass es ein Einbruch war." Was soll man dazu noch sagen, es bleibt ein Kopfschütteln. Herr Syndram ist immer noch Museumsdirektor des Grünen Gewölbes. 30.11.2019, 09:59

DER Beobachter vor 1 Wochen

Das organisierte und "hochqualifizierte" Verbrechen war schon immer irgendwie "globalisiert" und ist es seit Jahrzehnten, unabhängig von der Geschlossenheit oder Offenheit der Grenzen. Eine Abschottung nutzt in dieser Hinsicht nichts und sonst braucht man nichts über ihre Unvereinbarkeit mit dem liberalen Anspruch des abendländisch aufgeklärten Europas zu sagen. Steinäxte sind natürlich Unsinn - aber Sie glauben gar nicht, was das neuere Halligan-Werkzeug (500 € aufwärts) möglich machen kann. Das Wachpersonal hat übrigens lt.Gesetzeslage gar nicht die Lage, da einzuschreiten. Soll auch in anderen und sogar Law-and-Order-Ländern so sein. Hier allerdings kann man in der Tat ansetzen...

DER Beobachter vor 1 Wochen

Herrlich ist ja der Lapsus "künstlerische Intelligenz" ;) Ich bin zwar auch der Meinung, dass es nie 100%ige Sicherheit geben kann und auch noch nie gegeben hat. Das darf aber keine Rechtfertigung sein für vorsätzliche oder fahrlässige Schlamperei, wenn sie denn vorlag. Das festzustellen, wäre Auftrag der Behörden... Das herausgesägte Triangel erscheint mir nicht kleiner als die Mannlöcher in Lebensmitteltanks. Auch wenn es für Leute unmöglich wirkt, die damit nicht zu tun haben: da können sich auch Lange und Korpulente, so sie nicht krankhaft fettleibig sind, schnell durchschlängeln, braucht nicht mal viel Übung...

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