Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Ein Polizeiauto steht vor dem Residenzschloss, wo vor einer Woche in das Grüne Gewölbe eingebrochen wurde. Bildrechte: dpa

03.12.2019 | 09:44 Uhr Nach Juwelenraub: Fahnder stellen Einbruch ins Grüne Gewölbe nach

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Ein Polizeiauto steht vor dem Residenzschloss, wo vor einer Woche in das Grüne Gewölbe eingebrochen wurde. Bildrechte: dpa

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Montag gegen 5 Uhr den Ablauf des Einbruchs in das Historische Grüne Gewölbe nachgestellt. Fahnder haben zur gleichen Uhrzeit wie am Tattag die äußere Sicherung überwunden, um bis an das Fenster zu gelangen, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Dresden. Parallel wurden die Abläufe in der Sicherheitszentrale sowie die technischen Abläufe des Museums geprüft.

Hilfe zur Aufklärung des Juwelenraubes erhält die Sonderkommission von der Hochschule Mittweida. Dort sollen Experten in erster Linie das umfangreiche Videomaterial analysieren und dessen Qualität verbessern. Davon erhoffen sich die Ermittler neue Fahndungsansätze.

Polizei erhielt bisher 516 Hinweise

Weitere Hinweise erhielt die Polizei nach dem Fahndungsaufruf in der Sendung "Kripo Live" am 1. Dezember. Bislang sind insgesamt 516 Hinweise eingegangen, davon 160 über das von der Polizei geschaltete Hinweisportal. Laut Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp dauern die Ermittlungen an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Details würden nicht veröffentlicht, um das gesamte Verfahren nicht zu gefährden.

Am frühen Morgen des 25. Novembers waren Unbekannte durch ein Fenster in das Historische Grüne Gewölbe im Residenzschloss Dresden eingebrochen. Innerhalb weniger Minuten stahlen sie aus einer Vitrine im Juwelenzimmer kostbare Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten. Die Täter flohen mit einem Auto, das sie später in einer Tiefgarage in Dresden-Mickten anzündeten.

Besprühte Schmuckstücke werden gereinigt

Die von Einbrechern mit einem Feuerlöscher besprühten Schmückstücke im Dresdner Grünen Gewölbe können offenbar gerettet werden. Wie die Staatlichen Kunstsammlungen mitteilten, können die Schmückstücke rückstandslos gereinigt werden. Damit seien die Restauratoren derzeit beschäftigt.

Bildergalerie Diese Kostbarkeiten verschwanden aus der Vitrine im Grünen Gewölbe

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben nun mitgeteilt, welche Schmuckstücke am Montagmorgen gestohlen worden. Für die Schäden haftet der Freistaat, eine eigene Versicherung gibt es nicht.

Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur
Die Diamantrosengarnitur Überblick über alle Teile der Diamantrosengarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Degen (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Degen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Karpinski
Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens: Er trägt 225 größere und kleinere Diamanten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Hutagraffe: Der Diamant in der Schleife oben hat 24,98 Karat. Der Mittelstein unten in der Rosette zeichnet sich durch 16,5 Karat aus. Die Hutkrempe besteht aus 13 großen und 103 kleineren Diamanten, aus Silber und Gold. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Große Diamantrose (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Große Diamantrose Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Achselschleife (Epaulette) - Teilstück vorhanden: Das Schmuckstück trägt 20 große und 216 kleine Diamanten, besteht aus Gold und Silber. Die größte Diamantrose in der Mitte der Doppelschleife hat 31,5 Karat. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur 10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur (einzelne erhalten) Bildrechte: Jörg Schöner
Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Überblick über die Brillantgarnitur Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz Bildrechte: Jürgen Karpinski
Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinksi
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese große Brustschleife gehörte Königin Amalie Auguste. Der Schmuck stammt aus dem Jahr 1782 und trägt 51 große und 611 kleine Brillanten. Die Steine werden von Gold- und Silbereinfassungen gehalten. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Aigrette für das Haar in Form einer Sonne Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
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Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.12.2019 | ab 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 09:44 Uhr

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