Fahnen mit dem Logo der EFW Elbe Flugzeugwerke Gmbh.
Bildrechte: dpa

Keine Sorgen bei sächsischem Zulieferer Elbe Flugzeugwerke von A380-Aus kaum betroffen

Airbus gibt die Produktion des A380 auf. Für das größte Passagierflugzeug der Welt werden auch in Sachsen Zubehörteile produziert. Bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden sieht man die Entscheidung trotzdem sehr gelassen.

Fahnen mit dem Logo der EFW Elbe Flugzeugwerke Gmbh.
Bildrechte: dpa

Die Einstellung der Produktion des Airbus A380 hat keine größeren Auswirkungen auf den sächsischen Zulieferer Elbe Flugzeugwerke (EFW). Sprecher Christopher Profitlich sagte MDR SACHSEN am Donnerstag, das Unternehmen rechne nicht mit finanziellen Einbußen. Derzeit würden für den A380 Bodenplatten und Frachtraumverkleidung hergestellt. Dies werde bis zum Auslaufen der A380-Produktion 2021 auch so bleiben, erklärte Profitlich. Den EFW würden damit also höchstens künftige Einnahmen entgehen. Bis dahin werde es aber sicher andere Aufträge geben.

Die Wartung bleibt

Der A380 "Brüssel" zur Wartung bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden
Die EFW warten A380-Maschinen verschiedener Fluggesellschaften. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Elbe Flugzeugwerke bieten auch die Wartung von Passagier- und Frachtflugzeugen an und bauen dafür am Stammsitz Dresden derzeit einen neuen multifunktionalen Hangar mit drei Stellplätzen. Er soll im Sommer komplett fertiggestellt sein.

Auch hier sieht Profitlich keine Probleme - schließlich sei der A380 nur eines von vielen Modellen, die in Dresden gepflegt, überholt und modifiziert würden. Und die vorhandenen A380 müssten noch über Jahre hinaus gewartet werden. Die Verträge dazu würden mit den Fluggesellschaften direkt geschlossen, erklärte der EFW-Sprecher. So stehe derzeit ein A380 von Air France in Dresden.

Das Hauptaugenmerk liegt auf anderen Airbus-Typen

Ein Betriebsgebäude von außen
Die EFW-Tochter Acosa in Kodersdorf. Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Hauptgeschäftsfelder der Elbe Flugzeugwerke und ihrer zwei Tochterfirmen in Kodersdorf bei Görlitz sind die Produktion von Leichtbaukomponenten für Airbus sowie der Umbau von Airbus-Passagierfliegern zu Frachtmaschinen. Erst im vergangenen Jahr wurde bei der EFW-Tochter Acosa die Produktion von Teilen für den A320 und den A321 gestartet. Sie soll noch weiter hochgefahren werden.

Zudem suchen die EFW nach Angaben von Profitlich ständig nach neuen Geschäftsfeldern. Dies beschäftige das Unternehmen mehr als das Aus für den A380.

Erfolgreiches Traditionsunternehmen

Die Elbe Flugzeugwerke sind ein Traditionsunternehmen, dessen Geschichte bis in die 1950-er Jahre zurückreicht. Damals wurde unter anderem ein sowjetischer Flugzeugtyp montiert und ein eigenes Düsenverkehrsflugzeug entwickelt. 2017 wurden am Stammsitz im Dresdner Norden und bei den Töchtern in Kodersdorf insgesamt 1.350 Mitarbeiter beschäftigt und ein Jahresumsatz von 300 Millionen Euro erzielt. Für das vergangene Jahr gibt es noch keine bestätigten Angaben, aber dem Unternehmenssprecher zufolge dürften durch den Produktionsstart in Kodersdorf sowohl die Mitarbeiterzahl als auch der Umsatz gestiegen sein.

Quelle: MDR/stt/as

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.02.2019 | ab 8:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2019, 12:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen