Ohne Erfolg Elefantenzucht im Dresdner Zoo stockt

Vier Elefanten stehen in einem Gehege.
Bildrechte: Zoo Dresden

Die ambitionierte Elefantenzucht im Dresdner Zoo hat einen Dämpfer bekommen. Nach zwei Jahren wird der potente Bulle Tembo aus Berlin den Tierpark in der Elbestadt demnächst in Richtung Wien verlassen, ohne für Nachwuchs gesorgt zu haben. "Der Versuch ist nicht geglückt", sagt der Zoologische Leiter Wolfgang Ludwig. Die Kühe der Dresdner Herde wurden nicht trächtig.

An der Chemie hat es offenbar nicht gelegen. "Sie haben regelmäßig kopuliert", erklärte Ludwig, dennoch habe es nicht geklappt. Woran das lag, ist unklar. Um das in der verbleibenden Zeit herauszufinden, fehle aber ein Tierarzt, so Ludwig. Gerne hätten die Tierpfleger den Bullen behalten. Immerhin hat der aus Simbabwe stammende Tembo schon sieben Jungtiere gezeugt. Und der 35-Jährige fühlt sich wohl in der Dresdner Elefanten-WG mit Drumbo, Mogli und Sawu.

Ein Elefant steht in einem Gehege.
Kein Babyglück für den Zoo Dresden. Zwei Jahre lang beglückte Bulle Tembo die Damen seiner Herde, doch ohne Erfolg. Bildrechte: Zoo Dresden

Hoffnung bleibt

Seit Thabo-Umasai, dem Kalb von Drumbo, hofften die Dresdner auf einen weiteren Zuchterfolg. "Glücklicher Krieger", wie er in der afrikanischen Tswana-Sprache hieß, war 2006 der erste "Minifant" in der 144-jährigen Geschichte der Anlage. Mit Drumbos Schwangerschaft war 2004 die erste künstliche Befruchtung eines Zoo-Elefanten in Deutschland geglückt. Das Jungtier musste 2011 abgegeben werden, weil der Zoo damals keine ausgewachsenen Bullen halten konnte. Das ist erst seit dem Umbau des Afrikahauses 2018 möglich.

Ob es eine neue Chance mit einem anderen Elefanten gibt, ist offen. "Für den Zoo wäre es schön, wenn noch Jungtiere kämen", sagt Ludwig. Er würde es auch den beiden Elefanten-Damen wünschen, denen die Erfahrung der Mutterschaft noch fehlt. Mit Mitte 20 sind sie in einem Alter, "wo man dranbleiben muss und jedes Jahr, wenn nicht jeder Monat zählen". Das wäre laut Ludwig auch für die Population Afrikanischer Elefanten in Zoos überhaupt wichtig. "Eine Garantie gibt es natürlich nie."

Auch der Zoo Leipzig hofft auf Nachwuchs bei seinen Dickhäutern. Erst am Freitag zog eine fünfköpfige Elefantenherde dauerhaft von Berlin in die Messestadt. Mit dem Umzug der Asiatischen Elefanten soll eine neue Herde aufgebaut und so eine Nachzucht der stark vom Aussterben bedrohten Tiere gesichert werden.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.09.2020 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

0 Kommentare

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen