Aufregung am Elbufer Zirkus-Zebra stirbt stressbedingt nach Flucht durch Dresden

Zu einem ungewöhnlichen Einsatz ist die Polizei am Montag in Dresden gerufen worden. Sie musste entlaufene Zebras am Elbufer einfangen. Ein Tier überlebte den ungeplanten Freigang nicht.

Zebra in Dresden
Aus dem "Dresdner Weihnachtscircus" sind am Montagvormittag sechs Zebras entlaufen. Zwei kehrten laut Zirkus freiwillig in den warmen Stall zurück. Vier stromerten jedoch weiter an der Elbe herum. Dort versuchte man, mit Hilfe der Polizei die Zebras einzukreisen und einzufangen. Bildrechte: Tino Plunert

Vier entlaufene Zebras des Dresdner Weihnachtszirkus haben am Montagvormittag für Aufregung gesorgt. Die gestreiften Vierbeiner konnten durch ein offenes Tor vom Gelände am Ostragehege fliehen, sagte Dirk Porn, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Dresdner Weihnachtszirkus. Drei Zebras konnten wieder eingefangen werden, eines starb bei dem Versuch aus Stress.

Ungewöhnliche Ausblicke aus dem Landtagsfenster

Die Tiere seien nach einer Probe durch ein Geräusch aufgeschreckt worden. "Sie sind ihrem natürlichen Trieb gefolgt", sagte Porn. Nach der Flucht vom Zirkusgelände stoben die Zebras am Landtagsgebäude am Elbufer vorbei in Richtung Altstadt.

Sachsens Politiker staunten nicht schlecht, als sie aus ihren Landtagsbüros schauten. So galoppierten auf dem Gehweg an der Elbe zwei der afrikanischen Steppentiere vorbei. Der Grünen-Abgeordnete Valentin Lippmann hielt das Schauspiel fest und postete es auf Twitter.

Ein Polizist verletzt

Mehrere Personen versuchen ein Zebra in einen Transporter zu führen.
Ein Zebra wurde gleich in der Nähe des Landtags eingefangen, ein anderes rannte indes bis zur fast fünf Kilometer entfernten Waldschlösschenbrücke. Bildrechte: Tino Plunert

Die Polizei musste nach eigenen Angaben mit sieben Streifenwagen und zwei berittenen Beamten versuchen, die Tiere wieder einzufangen. Die gestreiften Vierbeiner hätten es der Polizei nicht eben leicht gemacht und seien in verschiedene Richtungen davongestoben, hieß es. Die Einsatzkräfte umstellten die Zebras und hielten sie fest, bis Zirkusmitarbeiter die Tiere in einem Transporter zurückbringen konnten. "Von den Tieren ging keine Gefahr aus, aber es galt, Schaden im Straßenverkehr zu vermeiden", erklärte ein Beamter. Zu Unfällen oder Behinderungen kam es nach Angaben der Polizei nicht. Ein 31 Jahre alter Polizist wurde allerdings bei dem Einsatz von einem Tritt verletzt. Strafrechtliche Ermittlungen müsse der Zirkus nicht fürchten, da keine Unbeteiligten verletzt worden seien, hieß es.

Reservebank bei Zebras nun leer

Für die Premiere des Zirkusses am Mittwoch stellt der ungeplante Freigang der Tiere kein Problem dar. "Solange das Zelt steht, ist alles okay", sagte Mario Müller-Milano, Direktor des Dresdner Weihnachtszirkusses. Insgesamt stünden sieben Zebras zur Verfügung - für die Show seien sechs nötig. Die drei Rückkehrer seien inzwischen wieder beruhigt. "Da haben sie sich mal Dresden angeschaut", witzelt Müller-Milano.

Quelle: MDR/dpa/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.12.2018 | ab 12 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2018, 12:29 Uhr

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7 Kommentare

19.12.2018 07:53 Claudia Brey-Menten 7

Wildtiere gehören einfach nicht in den Zirkus. Und wie traurig, dass eines der Tiere deswegen sein Leben lassen musste. Solange die Menschen solche Zirkusvorstellungen besuchen, wird sich wohl auch nicht viel daran ändern. Es müsste verboten werden. Außerdem würde ich mir wünschen, dass sich die Menschen einen Moment darüber Gedanken machen, wie Wildtiere wirklich leben und welches freudlose Leben sie in so einem Zirkus haben das völlig gegen ihre Natur ist.

18.12.2018 20:24 Howard 6

Wenigstens ist das Zebra in Freiheit gestorben. Ein kleiner Moment in seinem Leben war es frei. Es muss nicht mehr, zur Belustigung von Menschen, sein Leben in Gefangenschaft und quälerischer Dressur fristen. Ich freue mich für das Tier. Für die anderen tut es mir unendlich leid. Artgerecht ist nur die Freiheit!

18.12.2018 09:05 Paketzusteller 5

Was soll ich da sagen in der Vorweihnachtszeit?
Es gibt Meldungen, die sind so was von daneben.

18.12.2018 06:58 Lauschgrüner 4

Ich kann nicht verstehen, dass man die Tiere durch Dresden gejagt hat. Man sollte ausgerissene scheue Tiere niemals jagen. Sie müssen beobachtet werden, umzingelt und beruhigend eingefangen.

Mit Autos hinter den Tieren herjagen - was soll da rauskommen? Jetzt wisst ihr´s.

18.12.2018 02:44 Mirka janshen 3

Wie lange wird nocht Zirkustiere leidern? Hat Deutschland kein Gesetz? Was macht parlament? In Österreich ist schon10 jahre verboten exotische Tiere in manege leiden?!

17.12.2018 23:43 Dr. Helmut Uhlarz 2

Scherzfrage: Hat die Polizei die Zebras mit sieben Streifenwagen gejagt - in der Hoffnung darauf, dass sich die gestreiften Tiere der Herde anschließen?

17.12.2018 21:32 Montana 1

Zirkus-Zebra stirbt stressbedingt bei Flucht in Dresden
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Solche Tiere haben doch in einem Zirkus nichts zu suchen. Soso und in der afrikanischen Savanne haben diese Tiere kein Streß ?

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