16.01.2020 | 13:35 Uhr | Update Städtebahn-Folgen: Ersatzzug fährt ab Donnerstag nach Kamenz

Eine blaue Diesellok mit drei Waggons steht an einem Bahnsteig.
So geht Zug: Die Pressnitztalbahn aus dem Erzgebirge hilft mit einer modernen Diesellok und ehemaligen Reisezugwagen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR derzeit zwischen Dresden und Kamenz aus. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Mitteldeutsche Regiobahn hat auf den Strecken der früheren Städtebahn Sachsen erneut Probleme mit fehlenden Fahrzeugen. Ab Donnerstag bis 31. Januar und vom 3. bis 7. Februar fährt auf der Regionalbahn-Linie RB 34 zwischen Dresden und Kamenz ein Ersatzzug mit Lok und älteren Waggons. Eine Sprecherin des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) sagte MDR SACHSEN, die Reisezugwagen seien nicht barrierefrei.

Der Ersatzzug fährt alle zwei Stunden zwischen 7:35 Uhr und 17:35 Uhr ab Dresden Hauptbahnhof und zwischen 6:30 Uhr und 18:30 Uhr ab Kamenz. In den Online-Fahrplänen seien diese Verbindungen entsprechend markiert, hieß es. Die Ersatzzüge werden von der Pressnitztalbahn GmbH gestellt, die im Herbst in Berlin auch Ersatzzüge für die S-Bahn gefahren hat. Laut einer VVO-Sprecherin besteht der Zug aus drei Waggons mit 212 Sitzplätzen in der 2. Klasse und 32 Sitzplätzen in der 1. Klasse.

Viele frühere Städtebahnzüge nicht einsatzbereit

Ein Zug der Mitteldeutschen Regiobahn steht auf einem Gleis.
Die MRB nutzt die früheren Städtebahnzüge, wenn sie nicht kaputt sind. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Mitteldeutsche Regiobahn begründet die Notwendigkeit des Ersatzzuges damit, dass zwei weitere gemietete ehemalige Städtebahn-Triebwagen neue Radsätze benötigen würden. Diese beiden Triebwagen stehen während der Reparatur ebenfalls nicht zur Verfügung. Seit Übernahme des Betriebs von der Städtebahn Sachsen im Oktober 2019 ist nur ein Teil der benötigten Fahrzeuge einsatzbereit. Deshalb müssen insbesondere auf den Verbindungen zwischen Pirna und Sebnitz über Neustadt (bis 2. März) und zwischen Dresden-Neustadt und Königsbrück über Ottendorf-Okrilla (bis 20. Januar) seither ersatzweise Busse aushelfen.

"Hans" hilft nach Okrilla aus

Ein Zug der Hanseatischen Eisenbahn steht auf einem Gleis als Ersatzzug für die Mitteldeutsche Regiobahn.
Dieser Zug der Hanseatischen Eisenbahn ("Hans") fährt diese Woche nach Ottendorf. Bildrechte: MDR/L. Müller

Um stabilen Zugverkehr einrichten zu können, hat die zur Transdev-Gruppe gehörende Mitteldeutsche Regiobahn drei kleinere "Regioshuttle"-Triebwagen besorgt. Generell sollte der Verkehr mit den 15 Mietfahrzeugen vom Typ "Desiro" bewältigt werden, die bereits zuvor von der Städtebahn Sachsen genutzt worden waren. Die Städtebahn hatte die Züge von einer nach eigenen Angaben nicht insolventen Tochtergesellschaft warten und instandsetzen lassen. Das Unternehmen verfüge auch über Ersatzteile, hieß es. Allerdings waren alle Mitarbeiter der Firma aus Ottendorf in die Werkstadt zu DB Regio nach Dresden gewechselt, so dass auch die Tochterfirma nicht mehr arbeitet.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.01.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2020, 13:35 Uhr

2 Kommentare

Suedharzer vor 1 Wochen

1. Die Deutsche Bundesbahn (BRD) existiert seit dem 1.1.1994 nicht mehr.
2. Die "Deutsche Reichsbahn (DDR) existiert seit dem 1.1.1994 nicht mehr
3. Die heutige "Deutsche Bahn AG" ist nicht Oberhäuptling aller kleinen Regionalbahnen
4. Bahnreform. Mit dem Inkrafttreten der Privatisierung der Bahn in Deutschland (1.1.1994) und der Regionalisierung ist eine Öffnung für den Privaten Markt im SPNV erst möglich geworden und führte zu den Zuständen wie wir sie heute vorfinden (Private Regionalbahnen z. B. MRB, Städtebahn, Abellio, GoAhead etc.), Quantitative Infrastruktur
5. Die Unwissenheit der Deutschen, Neid und Ignoranz führten und führen zu einer Abwärtsspierale der Privatisierung der Grundversorgung in Deutschland.
6. Niemand wehrte/wehrt sich ernsthaft gegen diese Privatisierungen. Bahn, Post, Krankenhäuser,Müllabfuhr und jetzt der Autobahnbetriebsdienst.
Die Menschen schreien wie schlecht und teuer alles ist aber diese Probleme sind "Hausgemacht"
7. Grundversorgung in Staatshand!!!

Dynamo vor 1 Wochen

Das Beste wird sein, die Deutsche Bundesbahn als Oberhäuptling aller kleinen Regionalbahnen, hisst die weiße Flagge und stellt jede Strecke bis auf weiteres ein. Man muss sich das mal vorstellen und zurückdenken, als die Bundesbahn noch Deutsche Reichsbahn hieß. Die Züge fuhren bis auf wenige Ausnahmen pünktlich und hielten auf Bahnhöfen, die noch mit Eisenbahnern besetzt waren, wo man am Schalter Fahrkarten kaufen konnte. Und jetzt ? Dieses Gejammer kann man sich doch nicht mehr anhören. Konkret, was hat die Bahn in den letzten Jahren unternommen, dass endlich wieder normale Zustände einziehen ?Bitte nicht als Antwort bringen, die Bahn hatte zu wenig finanzielle Mittel.

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