Geheimdiensthinweis Sicherheitsbehörden waren vor Dresden-Attentäter gewarnt

Eine Polizistin in einem speziellen anzug der Spurensicherung fotografiert Beweisstücke auf der Straße. Die Beamtin war am 4.10.2020 in der Schloßstraße Dresden im Einsatz, wo ein Unbekannter laut Polizei zwei Männer angegriffen hat.
Bildrechte: Roland Halkasch

Deutsche Sicherheitsbehörden haben schon vor der tödlichen Messerattacke in Dresden Anfang Oktober Warnungen vor dem Tatverdächtigen erhalten. Eine Bundesbehörde habe einen Hinweis zu dem 20 Jahre alten Mann aus Syrien, der als mutmaßlicher Täter gilt, nicht weitergeleitet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag in Berlin. Nach Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" warnte ein ausländischer Geheimdienst, dass der Mann möglicherweise in die Planung eines Terroranschlags verwickelt sei.

Mann bereits als Gefährder eingestuft

Der deutsche Auslandsnachrichtendienst BND habe diese Information aber nicht an den Verfassungsschutz oder die sächsischen Landesbehörden weitergegeben. Zum Zeitpunkt des Hinweises war der radikale Islamist allerdings ohnehin von der Polizei als Gefährder und in der höchsten Risiko-Kategorie eingestuft gewesen. Sein Fall wurde mehrfach in gemeinsamen Besprechungen von Vertretern der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern erörtert.

Der Redaktion von MDR exakt hat unterdessen mit der Mutter des mutmaßlichen Islamisten gesprochen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR FERNSEHEN | exakt | 28.10.2020 | 20:15 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen