Bohrung beendet Dresdner Fernwärme-Elbtunnel ab Ende des Jahres einsatzbereit

Fernwärmedüker
Bald können Bewohnerinnen und Bewohner des Dresdner Nordwestens Fernwärme in ihren Wohnungen nutzen. Bildrechte: Thomas Kramer

Die Bohrung des Dresdner Fernwärmetunnels, auch Elbdüker genannt, ist abgeschlossen. Wie der kommunale Energieversorger Drewag mitteilte, hat sich die Tunnelbohrmaschine in den vergangenen sechs Wochen unter der Elbe von der Altstadtseite nach Pieschen durchgearbeitet. "Somit sind wir wieder einen Schritt weiter, um die Versorgungssicherheit nördlich der Elbe zu erhöhen", sagte Dr. Frank Brinkmann, Geschäftsführer der Drewag. Die Fernwärmeanlage soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Das gesamte Bauvorhaben werde noch bis Frühjahr 2021 andauern, so die Drewag.

Bohrung seit Juli

Am 20. Juli hatten die Bohrungen auf der Altstadtseite begonnen. Der Bohrer schaffte laut der Drewag nach einer Anlaufphase circa zehn Meter am Tag. Nun ist der 240 Meter lange Schacht fertig. Dieser hat einen Außendurchmesser von 3,2 Metern und einen Innendurchmesser von 2,6 Metern. Im Tunnel sollen bis Ende des Jahres zwei Fernwärmerohre, Lüftungsanlagen, Elektroinstallationen und Sicherheitstechnik eingebaut werden.

Fernwärmedüker
Die beiden Fernwärmeröhren haben einen Durchmesser von 50 Centimetern. Bildrechte: Thomas Kramer

Fernwärme für Dresdens Nordwesten

Der Bau des Elbdükers soll nach Angaben der Drewag in den kommenden Jahren den  Nordwesten der Stadt mit Fernwärme versorgen. Durch den Anbau sollen in der Leipziger Vorstadt und in Pieschen jährlich mehr als 3.300 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden können. Das Gesamtprojekt Dresden-Nordwest kostet mehr als 40 Millionen Euro, davon sind zehn Millionen Euro für den Bau des Elbdükers ausgegeben worden. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Reduzierung der CO2-Emission mit rund 8,9 Millionen Euro gefördert. Von dieser Fördersumme stellen die EU 80 Prozent und die Landeshauptstadt Dresden 20 Prozent zur Verfügung.

Was ist Fernwärme? Unter Fernwärme versteht man die Belieferung von Gebäuden mit Wärme von einem Kraft- oder Heizwerk. Die dort erzeugte Wärme gelangt durch ein Rohrsystem zu den Gebäuden. Fernwärme-Kunden brauchen daher zu Hause keine eigene Heizanlage.
Als Brennstoffe kommen vor allem Erdgas sowie Steinkohle zum Einsatz. Aber auch Wärme, die bei der Müllverbrennung oder industriellen Prozessen entsteht, wird häufig als Fernwärme genutzt.
Quelle: Verbraucherzentrale

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 30.09.2020 | ab 07:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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