28.05.2020 | 16:38 Uhr Flixbus startet wieder in Sachsen - und will alle Sitzplätze belegen

Menschen steigen in eine Bus ein.
Mit Mundschutz, Abstand und elektronischem Boarding standen die ersten Fernbusreisenden heute in Dresden vor dem Bus und warteten auf ihren Einstieg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Fernbus-Anbieter Flixbus hat am Donnerstag mit vorerst 26 Bussen seinen Betrieb für innerdeutsche Strecken wieder aufgenommen. Auch in Chemnitz, Dresden und Leipzig starteten wieder Fahrten. Damit beendet das Unternehmen eine zweimonatige Corona-Pause. In den Bussen ist die Abstandsbeschränkung aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben worden, wodurch alle Plätze besetzt werden dürfen.

Dafür gilt für alle Reisende während der gesamten Fahrt Mund- und Nasenschutzpflicht. Die erste Sitzreihe bleibt gesperrt, um den Mindestabstand zum Fahrer zu gewährleisten. Toiletten und Bordküchen bleiben geschlossen.

Es ist schwierig in Zügen, S-Bahnen und Bussen die Abstandsregeln einzuhalten. Deswegen ist das auch nur eine Empfehlung.

Detlef Müller Verkehrsexperte der SPD-Bundestagsfraktion aus Chemnitz

Kritik an ungleicher Behandlung von Fernbussen und Reisebussen

Während Reiseveranstalter keine Busreisen anbieten dürfen und in allen Geschäften Mindestabstand und Kundenvereinzelungen gelten, ist das in den Bussen für Flixbus nicht vorgesehen. Als Argument hatte der Anbieter vorgebracht, Fahrten mit freien Plätzen für mehr Abstand im Bus seien betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Zudem berufe man sich auf die Abstandsempfehlung, die keine Vorschrift sei.

"Ich sehe zwischen Öffentlichen Personenverkehr und privaten Reisebusunternehmen eine gewisse Schieflage. Es ist eine unterschiedliche Behandlung und Bewertung der gleichen Problematik" kritisierte der FDP-Politiker Reinhard Houben im MDR. Wie das betriebswirtschaftliche Dilemma in Corona-Zeiten aufgelöst werden könnte, konnte Houben nicht sagen.

Auch Deutsche Bahn steckt im Dilemma

Auch die Deutsche Bahn steht vor dem Problem: Wirtschaftlichkeit gegen Corona-Hygienebeschränkungen. Bislang blieben viele Plätze leer, weil Kunden die Bahn mieden. Doch die Fahrgäste nutzen wieder häufiger die Bahn. Damit es nicht zu überfüllten Zügen kommt und Reisende den Mindestabstand einhalten können, ändert die Bahn in den nächsten Tagen ihr Buchungssystem.

Frau mit Mundschutzmaske sitzt in Zug
Bildrechte: imago images / imagebroker

In der Bahn-App sollen künftig die Züge angezeigt werden, in denen bereits der Hälfte Sitzplätze belegt sind. "Wir begrenzen die Zahl der Reservierungen und setzen bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung den Ticketverkauf aus", erklärte die Bahn dazu in einer Kundeninformation. Fahrgäste sollen so auf andere, weniger ausgelastete Züge umschwenken.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 28.05.2020 | 19:00 Uhr

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Sarrasani baut Zelt am Elbepark auf 1 min
Bildrechte: Tino Plunert

Mo 26.10.2020 16:56Uhr 00:36 min

https://www.mdr.de/sachsen/dresden/video-459426.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video