21.04.2019 | 14:00 Uhr Pfau, Pinguin & Co. lassen Frühlingsgefühlen im Zoo Dresden freien Lauf

Der Frühling kommt mit Macht und mit ihm auch die Balzzeit. Im Dresdner Zoo lassen sich die Männchen so allerhand einfallen, um die Weibchen zu beeindrucken. Vor allem die Vögel sind es, die sich ein farbenprächtiges Gefieder zulegen, viel schöner singen als zu anderen Jahreszeiten, faszinierende Tänze vollführen, eindrucksvolle Hütten bauen - und manchmal ihr Weibchen darin einmauern.

von Katrin Richter

Pfau im Zoo Dresden
Bildrechte: Zoo Dresden

Stolz präsentieren die beiden freilaufenden Pfauen-Hähne im Zoo Dresden ihr Federkleid. Nähert sich eines der fünf Weibchen, schlagen sie mit ihrer langen Schleppe aus etwa 150 Federn ein Rad. Sie rascheln damit und drehen sich langsam um die eigene Achse, um die Hennen zu beeindrucken. Haben sie keinen Erfolg, klappen sie den eigentlich hinderlichen Schweif wieder zusammen und ziehen weiter, erklärt Vogelkurator Matthias Hendel.

Prunk statt Zurückhaltung

In der Tundra-Anlage können die Besucher in diesen Tagen etliche Vogelmännchen mit leuchtend-buntem Gefieder beobachten - die Sandregenpfeifer mit ihren breiten schwarzen Halsbändern und den gelben Schnäbeln, die Kragenenten, deren Prachtkleid an einen Harlekin erinnert, oder die Zwergtaucher mit ihren markanten gelben Flecken am Schnabel. "Egal, um welchen Vogel es sich handelt, immer wollen die Herren der Schöpfung ihren auserwählten Damen begreiflich machen: Schau mal, was für ein kräftiger, stolzer Typ ich bin", sagt Hendel.

Tanzen und Singen für die Damen

Wieder andere Vögel im Zoo singen im Frühling weithin hörbar - die Goldammer zum Beispiel, der Wachtelkönig und auch der Wiedehopf. Die Mandschurenkraniche hingegen haben sich aufs Tanzen verlegt. Sie führen mit ihren ausgebreiteten Schwingen einen Balztanz auf, dass es für die Weibchen eine wahre Freude sein muss. Schön anzuschauen sind auch die Flamingo-Männchen,  wenn sie versuchen, den Weibchen mit gespreizten Flügeln und aufgerichteten Schwanzfedern zu imponieren.

Eine ganz andere Werbetaktik verfolgen die aus Afrika stammenden Langschwanzwürger und die bunten Bienenfresser. Das Männchen überreicht seinem Weibchen einen Mehlwurm oder ein Heimchen als Geschenk. Verspeist sie es, hat er gewonnen und der Nestbau kann beginnen.

Bildergalerie Frühling im Zoo Dresden: Zwischen Balzgesang und Brautgeschenk

Flamingos im Zoo Dresden
Bei den Flamingos versuchen die Männchen, ihren Weibchen mit gespreizten Flügeln und aufgerichteten Schwanzfedern zu imponieren. Im Nest ist dann Arbeitsteilung angesagt: Beide Eltern versorgen den Nachwuchs. Bildrechte: Zoo Dresden
Flamingos im Zoo Dresden
Bei den Flamingos versuchen die Männchen, ihren Weibchen mit gespreizten Flügeln und aufgerichteten Schwanzfedern zu imponieren. Im Nest ist dann Arbeitsteilung angesagt: Beide Eltern versorgen den Nachwuchs. Bildrechte: Zoo Dresden
Pfau im Zoo Dresden
Um dem Weibchen zu imponieren, schlägt der Pfau ein Rad. Bildrechte: Zoo Dresden
Kragenenten im Zoo Dresden
Die Kragenenten-Männchen legen sich während der Balzzeit ein farbenprächtiges Gefieder zu. Im Vergleich zu ihnen sehen die Weibchen recht unscheinbar aus. Bildrechte: Zoo Dresden
Tariktik-Hornvogel im Zoo Dresden
Der Tariktik-Hornvogel mauert sein Weibchen aus Sicherheitsgründen während der Brutzeit ein. Bildrechte: Zoo Dresden
Pinguin im Zoo Dresden
Pinguin-Weibchen legen zumeist zwei Eier in die Bruthöhle, die das Männchen zuvor gebaut hat. Bildrechte: Zoo Dresden
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Gefängnis als Liebesbeweis

Recht gefährlich leben die auf den philippinischen Inseln beheimateten Tariktik-Hornvogelweibchen, die in Dresden gemeinsam mit den Kleinkantschilen - den kleinsten Paarhufern der Welt - in einem Gehege im Prof.-Brandes-Haus gehalten werden. Das Weibchen lässt sich nämlich von seinem Gatten mit Hilfe einer Mischung aus lehmiger Erde, Kot und Futterbrei in der Bruthöhle fachgerecht einmauern. Es wird von ihm in dieser Zeit samt den Jungen durch einen schmalen Spalt mit Futter versorgt. "Wenn dem Hahn etwas zustößt, sind Henne und Küken verloren. Sie können sich allein nicht aus der Höhle befreien, sondern sind beim Auseinanderbrechen des verkrusteten Materials auf ihren Ernährer angewiesen", erklärt Kurator Hendel.

Groß genug muss die Hütte sein

Auch die Humboldtpinguin-Männchen bauen Behausungen für ihre Weibchen, verzichten allerdings aufs Einmauern. In freier Natur graben sie Nisthöhlen in die Guano-Hänge an den Pazifikküsten in Peru und Nordchile. Auch im Zoo bauen sie emsig eine Höhle, stellen sich dann davor und versuchen, mit ihrem speziellen Pinguinruf die Weibchen anzulocken. "Diese inspizieren den Bau und wenn er groß und tief genug ist und der Pinguin gut gesungen hat, wird es nicht lange dauern, bis sich Nachwuchs einstellt", blickt Kurator Hendel schon mal voraus.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.04.2019 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten.
Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel

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Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel