Geisterspiele bald passé? RB Leipzig, Dynamo Dresden und FSV Zwickau bereiten sich auf Fans in Stadien vor

Sollen und dürfen Zuschauer nun in die Stadien oder nicht? Für die Bundesligasaison könnten die Vereine das am Donnerstag beantworten. Teams der 3. Liga sind schon weiter und verkaufen Tickets für Vorbereitunsgspiele. Die Lage im Überblick.

Geisterspiel RB Leipzig Bayern München
RB Leipzig will die Zeit der Geisterspiele beenden und am 20. September vor 8.500 Fans antreten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

RB Leipzig prescht vor

RB Leipzig hat für seinen Liga-Auftakt am 20. September gegen den FSV Mainz 05 insgeamt 8.500 Besucher auf den Rängen genehmigt bekommen. Das Gesundheitsamt habe den strengen Hygieneplan dafür freigeben, hieß es. Durch dieses Vorpreschen erhöht RB den Druck auf die Versammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag.

Nach eingehender Prüfung hat das Gesundheitsamt Leipzig dem strengen Hygienekonzept von Fußball-Erstligist RB Leipzig zugestimmt. Bedingung ist unter anderem eine Maskenpflicht für die Zuschauer sowie strenge Abstandsregeln.

Gesundheitsamt Leipzig

Auch andere Profivereine planen intensiv eine Zuschauer-Rückkehr je nach den regionalen Verordnungen und wollen die Zeit der Geisterspiele beenden. Bekannt sind Vorhaben von Eintracht Frankfurt, dem VfL Wolfsburg, Hertha BSC, Union Berlin und dem VfL Osnabrück.

Wie soll man politische Ansagen interpretieren?

Vorige Wochen hatten Bund und Länder beschlossen, bis mindestens Ende Oktober keine Zuschauer im Profisport zu erlauben. Großveranstaltungen, bei denen die Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind, bleiben bis mindestens Ende 2020 untersagt. Von dem Beschluss wurden die Bundesliga und alle weiteren bundesweiten Sportveranstaltungen aber ausgenommen. Eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien soll Ende Oktober einen endgültigen Vorschlag vorlegen.

Diese Entscheidung ohne konkrete Regeln bietet Interpretationsspielräume. Die DFL sieht es so: Sie habe Pläne zur Kontaktverfolgung und Hygieneregelungen erarbeitet und sieht eine Chance für die Zuschauer-Rückkehr. Der Profifußball sei gerüstet. Die 36 Vereine müssen am Donnerstag diesen Plänen der DFL für eine Zuschauerrückkehr in die Stadien zustimmen:

  • Laut Zuschauer-Protokoll keine Stehplätze und keinen Alkohol bis Ende Oktober 2020
  • Verzicht auf Gästefans bis Jahresende
  • Sammeln sämtlicher Kontaktdaten vor dem Spiel
  • Überarbeitetes Hygienekonzept rund um den Spielbetrieb mit Gliederung in drei Stufen der Pandemie-Aktivität

Dynamo Dresden richtet sich nach regionaler Lage

Einige Klubs bereiten bereits ein Besucher-Comeback für die 1. Hauptrunde (11. bis 14. September) vor und haben sich mit den zuständigen Behörden abgesprochen. So möchten die Drittligisten Dynamo Dresden und Hansa Rostock bei ihren Partien eine gewisse Anzahl von Fans zulassen. Die Vereine reagieren damit auf die DFB-Entscheidung vom Montag. Der Verband hatte beschlossen, dass sich im Pokal, der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga "Zulassung und Zahl" der Zuschauer nach den Verfügungslagen der Bundesländer richten müssen und mit den Gesundheitsbehörden individuell abzustimmen sind.

Michael Born
Dynamo Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born. Bildrechte: IMAGO

Dynamo Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born sagte dazu: "Wir begrüßen die Initiative des DFB ausdrücklich und werden in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Ämtern alles dafür tun, dass wir so schnell wie möglich wieder unsere Fans im Rudolf-Harbig-Stadion begrüßen können." Weiter ausgeschlossen blieben allerdings Fans der Gastmannschaft.

Testspiel gegen Zweitligisten aus Dänemark

Während der Saisonvorbereitung tritt Dynamo Dresden im Testspiel gegen den dänischen Zweitligisten HB Köge an. Die Dänen trainieren zur Zeit im Trainingslager in Dresden-Weißig. Die Saison beginnt am 18. September. Vom 11. bis 14. September steht zuvor die erste Runde im DFB-Pokal an, bei der Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV und der 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 Heimrecht haben. Für diese Spiele hat der DFB Grünes Licht für Zuschauer gegeben.

FSV Zwickau verkauft knapp 1.200 Karten

Eckfahne mit FSV Zwickau Logo
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Der Fußball-Drittligist FSV Zwickau wird am Donnerstag sein erstes Vorbereitungsspiel im eigenen Stadion bestreiten. Um 18 Uhr ist der bayerische Regionalligist SpVgg Bayreuth in Zwickau zu Gast. Insgesamt 1.178 Eintrittskarten stehen für die Haupttribüne zur Verfügung. Karten gibt es nur im Online-Vorverkauf.

Am vergangenen Freitag fand in Zwickau ein öffentliches Training vor 1.000 Fans statt. Das örtliche Gesundheitsamt hatte den Testlauf als erfolgreich bezeichnet.

Wie schon beim öffentlichen Training bitten wir vorab alle Besucher um ein verantwortungsvolles Auftreten und Rücksicht. Fans, die mögliche Krankheitssymptome aufweisen oder aus Urlaubsregionen mit erhöhter Infektionsgefahr zurückgekehrt sind, werden gebeten eigenverantwortlich auf einen Besuch dieses Testspieles zu verzichten.

Bitte des FSV Zwickau an seine Fans Vereinshomepage

Quelle: MDR/ma/kk/SID/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2020 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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