Senior betrogen Anrufer ergaunert in Pirna 30.000 Euro - weitere Versuche scheitern

Ein Mann mit einem Telefonhörer in der Hand
Kriminelle versuchen vermehrt von Senioren Geld zu ergauern, mitunter wird die Corona-Pandemie als Vorwand genutzt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Pirna haben Unbekannte einen Senioren um 30.000 Euro betrogen. Die Polizei teilte mit, am Dienstag habe der 84-Jährige einen Anruf erhalten. Der Anrufer berichtete von einem angeblichen Unfall der Schwiegertochter und verlangte für Anwaltskosten die hohe Geldsumme. Der Senior habe dem Anrufer geglaubt und einem Unbekannten das Geld gegeben.

150.000 Euro für angebliche Corona-Behandlung gefordert

Am Mittwoch scheiterten Täter mit einem ähnlichen Versuch in Dresden-Dobritz bei einer 79-Jährigen. Ein Unbekannter habe sich als Enkel der Frau ausgegeben. Er behauptete laut Polizei, an Corona erkrankt zu sein und in einem Krankenhaus zu liegen. Anschließend habe er das Telefon an einen vermeintlichen Arzt übergeben. Dieser gab vor, der Enkel würde sterben, wenn er nicht mit einem noch nicht zugelassenen Medikament behandelt werde. Dafür seien jedoch Kosten in Höhe von 150.000 Euro zu bezahlen. Die Seniorin meldete sich bei ihrem richtigen Enkel und bemerkte den Betrug, bevor ihr ein Schaden entstand.

Ein Polizeisprecher sagte MDR SACHSEN, es gäbe immer wieder vergleichbare Anrufe. Ob im konkreten Fall ein Zusammenhang bestehe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Der Polizeisprecher geht davon aus, dass viele Betrugsversuche gar nicht bei der Polizei angezeigt werden.

Auch in Görlitz scheitern Täter

In Görlitz ist es am Mittwoch nach Angaben der Polizei vermehrt zu Betrugsversuchen am Telefon gekommen. Die Täter würden die aktuelle Corona-Situation für ihre Zwecke ausnutzen, hieß es. Als Beispiel nannte die Polizei den Anruf eines vermeintlichen Arztes bei einem Mann. Der Anrufer sagte, dass er gerade den Sohn des Angerufenen nach Dresden fliegen lasse. Grund wäre eine Corona-Infektion und ein kritischer Zustand des Sohnes. Der Erkrankte brauche dringend ein russisches Präparat, das er jedoch mit 8.000 Euro selbst finanzieren müsse. Der Geschädigte gab an, kein Geld zu haben und beendete das Gespräch.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.10.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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