Weniger Auszeichnungen Gebietsweinprämierung: 80 Sachsenweine mit Medaillen geehrt

Rotwein
14 Weine und Sekte aus Sachsen wurden mit goldenen Medaillen ausgezeichnet. Ein Rotwein war allerdings nicht dabei. (Archivbild) Bildrechte: colourbox.com

Sachsenwinzer haben bei der Gebietsweinprämierung in diesem Jahr für Weine und Sekte insgesamt 80 Medaillen erhalten. Damit wurden nach Angaben des regionalen Weinbauverbandes fünf Medaillen weniger vergeben als im Vorjahr. Insgesamt 14 Goldmedaillen erhielten die folgenden Weingüter: Winzergenossenschaft Meißen, Weingut Matyas, Weingut Jan Ulrich, Weingut Hoflößnitz, Schloss Proschwitz, Schloss Wackerbarth und Gut Pesterwitz aus Freital. Der Gewinnerwein des Guts Pesterwitz, das als Traubenerzeuger keine Kellerei besitzt, wurde im Weingut Schuh ausgebaut.

19 Produkte erhalten keine Medaillen

Insgesamt haben sich den Angaben zufolge zwölf Weingüter an der diesjährigen Prämierung beteiligt, zusammen 99 Weine und Sekte eingereicht. 19 davon konnten die Prüfer jedoch nicht überzeugen, sie erhielten keine Auszeichnung.

Der diesjährigen Verkostungsjury gehörten den Angaben zufolge zwei Prüfer von außerhalb der Region und vier sächsischen Prüfer an. Alle sollen über ein Prüferzertifikat der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft verfügen. Die Namen der Prüfer nennt der Weinbauverband mit Verweis auf Datenschutz in diesem Jahr erstmals nicht mehr. In den vergangenen Jahren gab es Kritik von Winzern daran, dass Kellermeister in der Prämierungsrunde ihre eigenen Weine bewerten würden. Laut Weinbauverband wurde nun die Bewertung von Erzeugnissen des eigenen Betriebs gestrichen und ging nicht in die Gesamtwertung des jeweiligen Produktes mit ein.

Landesehrenpreise auch für "Silber-Weine"

Zusätzlich hat die Jury wieder einen Landesehrenpreise vergeben. Für den besten Sekt wurde die Winzergenossenschaft Meißen, für den beste Traminer das Weingut Hoflößnitz und für den besten Schieler - einem Rotling aus gemeinsam abgepressten roten und weißen Keltertrauben - das Weingut Steffen Loose geehrt. Der beste Rotwein kam vom Weingut Aust. Allerdings erhielten kein Schieler, kein Rosé, kein Weißherbst und kein Rotwein eine Goldmedaille. Der beste Traminer, der beste Schieler und der beste Rotwein sind lediglich mit Silber geehrt worden.

Pflanzenschutzmittel-Rückstände werden nur noch stichprobenartig untersucht

Der Weinbauverband Sachsen teilte weiter mit, dass die verbindliche Komplettkontrolle der Weine auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln entfalle, da 2019 keine mehr gefunden wurden. Das sächsische Sozialministerium bestätigte dies und verwies auf die hohen Kosten. Diese trug der Steuerzahler. Winzer hatten zudem lange Bearbeitungszeiten beklagt, da auf mehrere Hundert Substanzen geprüft worden war.

Die 2016 eingeführte, für die Winzer kostenneutrale Prüfung sämtlicher Qualitäts- und Prädikatsweine auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände war eine Antwort der Staatsregierung auf das Dimethoat-Geschehen der vorangegangenen Jahre und der daraus resultierenden Vertrauenskrise für den sächsischen Wein. Sie war von Beginn an als temporäre Maßnahme konzipiert.

Fachreferat des Sächsischen Sozialministeriums

Seit 1. August wurde die Durchführungsverordnung nun geändert. Dennoch werden alle Weine weiterhin vor der Qualitätsweinprüfung hinsichtlich Säure, Zucker, Dichte, Alkohol sowie Schwefelgehalt entsprechend den Vorgaben der Bundesweinverordnung verbindlich bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen untersucht. Für die Winzer führe dies also nicht zu Änderungen in den Abläufen mit der Behörde, betonte das Ministerium. Der Weinbauverband sei gebeten worden, alle Winzer – auch Nichtmitglieder – zu informieren.

 

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.08.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

1 Kommentar

part vor 22 Wochen

Nun, ich denke der Einsatz von Chemie bei den deutschen Weinen und Schaumweinen dürfte in keinen Verhältnis liegen zum Hauptanbaugebiet Spanien, wo ein Hauptanteil der europäischen Sektproduktion statt findet. Komisch nur das bei bestimmten Sorten die Einahme von Antihistaminen notwendig wird, während andere Abfüller und Markennamen beschwerdefrei abgehen. Wer kontrilliert den Milliardenmakt gegenüber den Millionenmarkt aus heimischr Kelterung?

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